Parlamentskorrespondenz Nr. 215 vom 24.03.2004
NICHTS FÜR UNS - OHNE UNS
Wien (PK) - Nationalratspräsident Andreas Khol empfing heute Mittag eine Abordnung von Kindern und Jugendlichen, die dem Präsidenten 25.000 Kinderwünsche, die im Rahmen der Studie "Nichts für uns - ohne uns" gesammelt wurden, übermittelten und einen eigenen Forderungskatalog überreichten. Der Präsident dankte den Gästen und zitierte bei dieser Gelegenheit Bundeskanzler Schüssel: Man müsse die Welt mit den Augen der Kinder sehen. Mit dieser Aktion hätten die Kinder dazu beigetragen, diesen Gedanken mit Leben zu erfüllen und ihre Anliegen der Politik nahe zu bringen. An dem Empfang nahmen auch der Dritte Präsident des Nationalrates Thomas Prinzhorn, Staatssekretärin Ursula Haubner, die Klubobmänner Josef Cap und Alexander Van der Bellen sowie die Jugendsprecher der vier Parlamentsparteien Silvia Fuhrmann, Elmar Lichtenegger, Gabriele Heinisch-Hosek und Sabine Mandak teil.
Im Vorfeld des Empfangs hatte Staatssekretärin Haubner im Rahmen einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Studie "Nichts für uns - ohne uns" vorgestellt. Über 17.000 Kinder und Jugendliche seien in ganz Österreich zu jenen Themen befragt worden, die sie in ihrem Alltag bewegten. Haubner betonte bei dieser Gelegenheit, es sei ihrem Ressort dabei darum gegangen, die Wünsche der Kinder in Erfahrung zu bringen, um diese sodann politisch zu diskutieren und umzusetzen. Es gelte, diese Anliegen ernst zu nehmen, um zu einem neuen Verhältnis der Mitsprache zu kommen. Die Regierung habe einen Nationalen Aktionsplan beschlossen, um das von Österreich unterzeichnete "UN-Übereinkommen über die Rechte der Kinder" adäquat mit Leben erfüllen zu können. Zur Umsetzung dieses Planes sei man zu dem Schluss gekommen, die Kinder selbst ihre Meinung sagen zu lassen, denn sie wüssten am besten, welche Rechte sie brauchen. Im Übrigen sei die auf dieser Basis entstandene Studie nur eine von vielen Initiativen im Interesse von Kindern und Jugendlichen seitens der Regierung, die zudem durch die Einrichtung einer Jugendplattform im Internet, durch die Schaffung einer Bundesjugendvertretung, durch eine landesweite Diskussion des Jugendberichts mit den Betroffenen und durch zahlreiche andere Maßnahmen ihren Willen bekundet habe, den Dialog mit den Kindern und Jugendlichen zu führen, denn ohne die künftigen Generationen könne man die Zukunft nicht gestalten.
Beim Empfang hieß Khol die Kinder und Jugendlichen herzlich im Hohen Haus willkommen und zeigte sich erfreut, dass diese gekommen seien, um die 25.000 gesammelten Wünsche persönlich zu überreichen. Die Regierung habe sich zur Umsetzung der Kinderrechte mittels eines Nationalen Aktionsplanes verpflichtet, "und wie sich das gehört, haben wir die Betroffenen zu diesem Thema befragt". In diesem Zusammenhang bedankte sich der Präsident bei den Vertretern der Katholischen Jungschar und der Österreichischen Kinderfreunde, die als maßgebliche bürgergesellschaftliche Organisationen zur Umsetzung dieses Projekts wesentlich beigetragen hätten. Der Präsident erläuterte seinen Gästen die politischen Hintergründe und bedankte sich für das an den Tag gelegte Engagement, mit dem der Politik wichtige Entscheidungshilfen für die weitere Arbeit in die Hand gegeben worden seien. Im Anschluss nahm der Präsident gemeinsam mit den übrigen anwesenden Politikerinnen und Politikern die Dokumente der Kinder und Jugendlichen entgegen.
Die Studie "Nichts für uns - ohne uns" zeigt eine klare Prioritätenliste der befragten Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 bis 12 Jahren. Zuoberst auf der Wunschliste der Kinder stehen ein besseres Freizeitangebot mit einer adäquaten Infrastruktur durch Spielplätze und dergleichen, hernach folgen Wünsche nach verbesserten Mitspracherechten und einer zeitnaheren und effizienteren Schule. Auf den Plätzen vier bis sechs folgen Wünsche nach dauerhaftem Frieden, intakten Familien und einer nachhaltigen Armutsbekämpfung. Auf diese Punkte wiesen die Autorinnen und Autoren der Studie, die Vertreterinnen und Vertreter der beiden Kinderorganisationen, aber auch die Kinder und Jugendlichen selbst in ihren Statements besonders hin. Auf dieser Basis überreichten Katholische Jungschar und Kinderfreunde einen 22 Punkte umfassenden Forderungskatalog. Die diesbezüglichen Details sind der Studie "Nichts für uns - ohne uns" des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz zu entnehmen. (Schluss)