Parlamentskorrespondenz Nr. 458 vom 16.06.2004
BESUCH DES BOSNISCHEN PARLAMENTSPRÄSIDENTEN GORAN MILOJEVIC
Wien (PK) - Heute Nachmittag setzte der Präsident des Völkerhauses von Bosnien und Herzegowina, Goran Milojevic, seinen Besuch im Parlament fort und wurde vom Nationalratspräsident Andreas Khol zu einem Gespräch empfangen. Im Mittelpunkt der Unterredung standen die Bemühungen Bosniens und Herzegowinas, seinen Weg der euro-atlantischen Integration fortzusetzen und die Position des Landes für einen EU-Beitritt zu verbessern. In diesem Zusammenhang erläuterte Milojevic die legistische Arbeit des Parlaments in Sarajevo bei der Anpassung der Gesetze und machte dabei auf die politische Stabilität und die geringe Inflation in seinem Land aufmerksam. Präsident Khol würdigte die politischen Fortschritte in Bosnien-Herzegowina und wies seine Gäste auf die große Sympathie hin, die ihr Land in Österreich genieße. Khol sagte Milojevic Unterstützung bei den EU-Ambitionen Bosnien-Herzegowinas, technische Hilfe bei der Einrichtung eines elektronischen Grundbuches und bei Schengen-konformen Erleichterungen bei der Visaerteilung für Bürger Bosnien-Herzegowinas zu.
Bei seiner Schilderung der Verhältnisse in Bosnien-Herzegowina wies Parlamentspräsident Milojevic auf das große Einverständnis zwischen allen politischen Kräften in Bosnien-Herzegowina auf dem Weg der euro-atlantischen Integration hin. Sein Land verfüge über hohe politische Stabilität, geringe Inflation und viele billige Arbeitskräfte, sagte Milojevic, Argumente, mit denen er um weitere österreichische Investitionen warb. Konkrete Bitten der bosnischen Gäste galten technischer Hilfe bei der Einrichtung eines elektronischen Grundbuchs, wobei Milojevic nicht versäumte, daran zu erinnern, dass schon das erste Grundbuch in Bosnien-Herzegowina in der Zeit der Monarchie von Österreichern eingerichtet worden sei.
Nationalratspräsident Khol sicherte den Gästen die große Sympathie und Freundschaft der österreichischen Bevölkerung zu und machte darauf aufmerksam, dass die vielen tausenden Flüchtlinge, die seit dem Krieg in Österreich leben und nun in großer Zahl die österreichische Staatsbürgerschaft annehmen, als "Botschafter" zwischen den beiden Ländern wirken, deren Beziehungen sich so weiter vertiefen. "Sie haben viele Freunde in Österreich", sagte der Nationalratspräsident seinen Gästen.
Ein weiterer Programmpunkt der bosnischen Delegation war ein Treffen mit den Mitgliedern der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Österreich-Bosnien-Herzegowina, den Abgeordneten Marianne Hagenhofer (S), Alfred Prader (V) und Theresia Stoisits (G) sowie Bundesrat Siegfried Kampl (F).
Der Präsident des Völkerhauses von Bosnien und Herzegowina und seine Begleiter werden morgen Graz besuchen, wo sie mit Landeshauptfrau Waltraud Klasnic und den steirischen Bundesräten Herwig Hösele und Andreas Schnider (beide V) zusammentreffen werden. Morgen Abend wird die Delegation ihren Österreichbesuch beenden und nach Straßburg weiterreisen. (Schluss)