Parlamentskorrespondenz Nr. 308 vom 27.04.2005

PRÄSIDENT KHOL TRIFFT DEN AUSSENMINISTER VON BURKINA FASO

Wien (PK) - Nationalratspräsident Andreas Khol hat heute Nachmittag den Außenminister von Burkina Faso, Yousouff Ouedraogo, zu einem Gespräch im Hohen Haus empfangen. Die österreichische Entwicklungshilfe leiste einen enormen Beitrag für sein Land, vor allem hinsichtlich der Ausbildung von Jugendlichen, hob Ouedraogo hervor. Burkina Faso, das eines der fünf Schwerpunktländer im Bereich der Entwicklungshilfe ist, habe eine große Bedeutung für Österreich, betonte Präsident Khol, was auch durch die Erhöhung der Mittel um 30 % zum Ausdruck komme. Er hoffe, dass die österreichischen Anstrengungen Früchte tragen und zu einer guten, stabilen Entwicklung in Burkina Faso sowie der gesamten Region beitragen.

Außerdem wurden die Zusammenarbeit zwischen den afrikanischen Staaten, die politische Situation in den Nachbarländern sowie die Kooperation mit der Europäischen Union angesprochen.

Es stelle für ihn eine große Freude und Ehre dar, Gespräche mit höchstrangigen politischen Vertretern im österreichischen Parlament führen zu können, meinte Außenminister Ouedraogo. Im Namen seines Landes dankte er für die Unterstützung durch Österreich, das vor allem im Bereich der Ausbildung von jungen Menschen, speziell in technischen und handwerklichen Berufen, einen äußerst wichtigen Beitrag leiste. Es sei das größte Geschenk für ein Land, wenn jungen Menschen eine berufliche Perspektive für die Zukunft gegeben wird.

Präsident Khol zeigte sich sehr erfreut darüber, dass das anerkannte österreichische duale Lehrlingsausbildungssystem auch in Burkina Faso so erfolgreich angewendet wird. Er hoffe, dass durch die Neustrukturierung der Entwicklungshilfe und der Einrichtung der ADA (Austrian Development Agency) die bilaterale Kooperation noch verbessert werden könne. Äußerst wichtig sei auch, dass demokratische Stabilität im Land herrsche, weil damit Konflikten der Nährboden entzogen werde.

Sodann berichtete Ouedragao über die derzeitige Situation in seinem Land, das in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung genommen habe. Es herrschen stabile demokratische Verhältnisse, das Wirtschaftswachstum betrage durchschnittlich 6 % und es sei gelungen, dass mittlerweile 52 % der Kinder und Jugendlichen eine Schulausbildung erhalten. Allerdings sei ein noch intensiverer Einsatz von Mitteln erforderlich, um diese Quote zu steigern und um die so genannten Millenium-Goals bis 2015 zu erreichen. Außerdem mangle es an Schulgebäuden, informierte der Außenminister, viele Kinder müssen noch in einfachen Schuppen unterrichtet werden, wo es schon zu Todesfällen aufgrund von Schlangenbissen gekommen ist.

Intensive Anstrengungen werden auch im Kampf gegen die Armut sowie gegen die Ausbreitung der Krankheit Aids unternommen, wo mittlerweile große Erfolge erzielt werden konnten. Eine positive Entwicklung gebe es auch bezüglich der Zusammenarbeit zwischen den afrikanischen Ländern bzw. im Rahmen der Afrikanischen Union, da es gelungen sei, Konflikte offener anzusprechen, als dies früher der Fall war. Von großer Bedeutung sei auch, dass die Kontakte zwischen Afrika und der EU intensiviert werden, wünschte sich der Außenminister.

Der Gast und seine Delegation werden sich noch bis 30. April in Österreich aufhalten, wobei Treffen mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Außenministerin Ursula Plassnik in Aussicht genommen sind. (Fortsetzung)