Parlamentskorrespondenz Nr. 981 vom 02.12.2005
Polens Staatspräsident Aleksander Kwasniewski besucht das Hohe Haus
Wien (PK) - Der polnische Staatspräsident Aleksander Kwasniewski absolviert in diesen Tagen seinen Abschiedsbesuch in Wien. Am 23. Dezember wird Kwasniewski sein Amt an seinen designierten Nachfolger Lech Kaczynski übergeben. Nach zwei fünfjährigen Amtsperioden konnte Kwasniewski bei den Präsidentenwahlen im Oktober aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht mehr antreten. Er sei glücklich darüber und es stimme ihn sehr optimistisch, dass er der erste Präsident Polens sei, der seine Amtszeit erfüllen und seine Funktion auf friedliche und geordnete Weise an seinen Nachfolger übergeben könne, sagte der scheidende polnische Staatspräsident im Gespräch mit Nationalratspräsident Andreas Khol heute Nachmittag im Parlament.
Präsident Khol und sein polnischer Gast blickten gemeinsam auf die "wahrhaft historischen Entwicklungen" zurück, die sich in Polen und in Europa während der zehnjährigen Amtszeit Kwasniewskis vollzogen haben, wobei der polnische Staatspräsident insbesondere den EU-Beitritt seines Landes hervorhob und für die positive Rolle dankte, die Österreich dabei gespielt habe. Übereinstimmend positiv besprachen Nationalratspräsident Khol und Staatspräsident Kwasniewski Stand und Entwicklung der österreichisch-polnischen Beziehungen, sei es auf politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Ebene, sei es im Rahmen der EU oder bilateral. "Österreich und Polen haben gemeinsam sehr viel erreicht und sich zu guten Partnern entwickelt. Die engen Kontakte sollen fortgesetzt werden", sagte Kwasniewski.
Große Bedeutung maß der polnische Staatspräsident dem Umstand zu, dass es Polen gelungen sei, seine Beziehungen zu den Nachbarn in der Region zu verbessern, wobei Aleksander Kwasniewski zu berichten wusste, dass sich der Grundsatz uneingeschränkter historischer Wahrheit bei der gemeinsamen Aufarbeitung schwieriger Kapitel der Geschichte sehr bewährt habe. (Schluss)