Parlamentskorrespondenz Nr. 360 vom 24.04.2008

Neue BundesrätInnen angelobt

Wien (PK) – In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurden fünf neue Mitglieder aus Nieder- und ein neues Mitglied aus Oberösterreich angelobt. Die ebenfalls angelobten Mitglieder Friedrich Hensler und Walter Mayr (beide V) gehörten dem Bundesrat bereits einmal an. Hensler war von 1998 bis 2003, Mayr von Dezember 2002 bis April 2003 Mandatar in der Länderkammer.

Efgani Dönmez wurde vom Oberösterreichischen Landtag in den Bundesrat entsandt, wo er die Grüne Fraktion bereichern wird. Bei Dönmez handelt es sich um den ersten Parlamentarier mit türkischem Hintergrund. Geboren 1976 in Kangal, lernte er zunächst Zentralheizungstechniker, ehe er auf Sozialarbeiter umsattelte. Seine Klienten betrachtet der 31jährige denn auch als seine persönlichen Vorbilder. Die soziale Ungerechtigkeit in diesem Lande sei es, so Dönmez, gewesen, die ihn zur Politik gebracht habe, wo er sich der Themen Migrations- und Sozialpolitik annehmen will. Konsequenterweise tritt er für ein soziales Europa in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit ein. Dönmez gehört dem Vorstand der Linzer Grünen an und engagierte sich auch in der Grünen Bildungswerkstatt. Privat ist Dönmez verheiratet, er schätzt Käsnockerl und Säfte, betreibt gerne Sport – so Fußball und Mountainbiken - hört House und Klassik gleichermaßen, erwärmt sich aber auch für türkische Volksmusik.

Werner Herbert (F) wurde 1963 in Hartberg in der Steiermark geboren. Mit 15 Jahren trat er in den Polizeidienst ein, den er heute noch versieht, gegenwärtig im Range eines zweiten Postenkommandanten. Zudem engagiert er sich in der Personalvertretung bei der Polizei. Seit 2005 gehört er dem Landesparteivorstand der FPÖ Niederösterreich an, zudem ist er Bezirksparteiobmann der FPÖ in Bruck an der Leitha. Naheliegender Weise will sich Herbert im Bundesrat des Themas Sicherheit annehmen, darüber hinaus tritt er für ein Europa selbständig und eigenständig agierender Mitgliedsstaaten ein, die aber, wie er betont, an einer gemeinsamen Politik für alle interessiert sein sollen. Herbert erwärmt sich in kulinarischer Hinsicht für Schweinsbraten mit Kraut und Knödel, in seiner Freizeit fährt er gerne mit dem Rad oder spielt Squash.

Ein Kollege Herberts zieht für die ÖVP in den Bundesrat ein. Der Bürgermeister von Waidhofen an der Thaya, Kurt Strohmayer-Dangl, war gleichfalls bei der Exekutive, ehe er das Amt des Bürgermeisters in seinem Geburtsort übernahm. Geboren 1964 war er bereits frühzeitig in verschiedenen Vereinen aktiv, und diese Tätigkeit brachte ihn schließlich auch in die Politik, wo er zunächst Gemeinde-, dann Stadtrat, später Vizebürgermeister und schließlich Bürgermeister wurde. Im Bundesrat will sich Strohmayer-Dangl für lebenswerte Regionen, für mehr Sicherheit und für eine konsequente Arbeitnehmerpolitik einsetzen. Privat schwärmt auch er für Schweinsbraten mit Kraut und Knödel und gönnt sich dazu ein Bier. Sein liebstes Reiseziel heißt Griechenland, in der Freizeit entspannt er bei der Karpfenteichwirtschaft.

Die 28jährige Bettina Rausch wurde in Scheibbs geboren. Sie absolvierte ein Tourismuskolleg, ehe sie als parlamentarische Mitarbeiterin erste politische Erfahrungen sammelte. Seit 2004 ist sie zudem Landesobfrau der Jungen Volkspartei Niederösterreich. Rausch, die in Liese Prokop ihr Vorbild sieht, will sich im Bundesrat der Jugendvertretung annehmen, will sie doch "gemeinsam mit anderen Jungen mein Lebensumfeld gestalten", wie sie sich generell ein Europa wünscht, dass die Menschen aktiv mitgestalten. Rauschs Reiseziel ist "die ganze Welt", sie mag Sushi und stilles Vöslauer. Als Hobbies benennt sie einerseits Sport, andererseits die JVP.

Christa Vladyka wurde 1955 in Köflach geboren, wohnt aber heute wie Herbert in Bruck an der Leitha. Nach einigen Jahren in der Privatwirtschaft wurde sie Angestellte der SPÖ und zog 1985 in den Gemeinderat ein. Nach einigen Jahren als Stadträtin avancierte sie zur Vizebürgermeisterin, 1999 schließlich wurde sie Bürgermeisterin von Bruck an der Leitha, ein Amt, das sie bis 2000 und wieder seit 2005 bekleidet. Von 1996 bis 2008 gehörte sie dem Niederösterreichischen Landtag an. Vladyka, die in Bruno Kreisky und Rosa Jochmann ihre politischen Vorbilder sieht, hat sich vorgenommen, im Bundesrat für mehr soziale Ausgewogenheit und einen gerechten Umgang mit allen Bevölkerungsschichten einzutreten. Für Europa wünscht sie sich eine bessere Wirtschafts- und Sozialpolitik. Privat ist Vladyka verheiratet und Mutter einer Tochter. Sie mag Wiener Schnitzel, ein gutes Glas Wein und fährt in der Freizeit gerne mit dem Rad.

Juliane Lugsteiner wurde 1953 geboren und lebt in Theresienfeld. Die Aktivität Bruno Kreiskys brachte Lugsteiner in die Politik, 1980 wurde sie Gemeinderätin in Theresienfeld, wo sie seit 2004 als Vizebürgermeisterin amtiert. Im Bundesrat will sie sich den Themen Frauen und Gleichbehandlung widmen, für Europa wünscht sie sich "mehr soziale Handschrift". Sie ist verheiratet und Mutter eines Sohnes. Gerne isst sie Tafelspitz, trinkt bevorzugt Mineralwasser und hat ein Faible für Städtereisen. (Schluss)

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