Parlamentskorrespondenz Nr. 720 vom 31.08.2009

Wir gratulieren

Wien (PK) – Im September feiern folgende ehemalige Mandatare runde Geburtstage:

der ehemalige Abgeordnete Karl SMOLLE (G, später Liberales Forum) – 65. Geburtstag am 2. September,

der ehemalige Bundesrat Erhard MEIER (S) – 70. Geburtstag am 24. September.

KAREL SMOLLE 65

Geboren wurde der Kärntner Slowene 1944 in Klagenfurt, wo er auch 1950 eingeschult wurde. 1955 wechselte er auf das Stiftsgymnasium in Tanzenberg, das so bekannte Künstler wie Peter Handke, Florjan Lipus oder Valentin Oman besuchten. 1959 aber verließ Smolle das Stift, da es mittlerweile ein eigenes Gymnasium für die slowenische Volksgruppe gab, auf welchem er 1963 maturierte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Smolle schon als umtriebiger Aktivist der Kärntner Slowenen einen Namen gemacht. Bereits 1960 hatte er gemeinsam mit dem späteren Romancier Lipus und dem späteren Literaturwissenschaftler Erik Prunc die Kulturzeitschrift "Mladje" (Jungholz) gegründet und publizierte unter dem Pseudonym Misko Macek ("Michi Katerchen") Gedichte, die 1965 auch in einem eigenen Band zusammengefasst wurden.

Seit 1963 studierte Smolle in Wien Rechtswissenschaften, doch gab er dieses auf, als er 1970 ein Übersetzungsbüro erbte, um dessen finanzielle Angelegenheiten er sich künftig hauptberuflich kümmerte. Zu dieser Zeit war er auch bereits im "Rat der Kärntner Slowenen", der klerikalen Organisation der Minderheit, aktiv. 1979 wurde er zudem zum Obmann der "Kärntner Einheitsliste" gewählt, die sich auf lokaler Ebene an Wahlen beteiligt.

1986 kam es zu einer Übereinkunft der EL und der sich formierenden Grünen, welche Smolle im Gegenzug ein Mandat im Nationalrat einräumten. Doch der Umstand, dass Smolle 1988 dem vor allem von der damaligen FPÖ favorisierten "Kärntner Pädagogenmodell" zustimmte, sorgte dafür, dass seine Basis sowohl bei den Grünen – die ihn nach nur einer Periode nicht mehr für den Nationalrat kandidierten - als auch innerhalb der Volksgruppe korrodierte. Zweimal bewarb er sich um den Vorsitz im Rat, zweimal unterlag er.

Dafür gelang ihm 1998 ein parlamentarisches Comeback, diesmal für die Liberalen. Da diese jedoch wenige Monate später den Wiedereinzug in den Nationalrat verpassten, endete auch Smolles parlamentarische Karriere. Nach dem Rückzug von Mateuvz Grilc avancierte Smolle jedoch zum Vorsitzenden des Rates der Kärntner Slowenen, und so ist der langjährige Volksgruppenpolitiker auch mit 65 Jahren noch hochaktiv. (Schluss)

Format