Parlamentskorrespondenz Nr. 401 vom 26.04.2011

Wir gratulieren

Wien (PK) – Im Mai feiern folgende ehemalige MandatarInnen runde Geburtstage:

der Staatssekretär a.D. sowie ehemalige Abgeordnete und Bundesrat und nunmehrige Volksanwalt Dr. Peter KOSTELKA (S) – 65. Geburtstag am 1. Mai,

der ehemalige Bundesrat Mag. Prof. Georg LAKNER (o.F.) – 70. Geburtstag am 4. Mai,

der ehemalige Abgeordnete Josef MODL (S) – 80. Geburtstag am 12. Mai,

der ehemalige Bundesrat Hans FERLITSCH (S) – 65. Geburtstag am 17. Mai,

die Zweite Präsidentin des Nationalrats a.D. und ehemalige Abgeordnete Dr. Marga HUBINEK (V) – 85. Geburtstag am 20. Mai,

der Staatssekretär a.D. und ehemalige Abgeordnete Franz MORAK (V) – 65. Geburtstag am 25. Mai,

die ehemalige Abgeordnete Ella ZIPSER (S) – 85. Geburtstag am 29. Mai,

das Mitglied des Europaparlaments a.D. sowie ehemalige Abgeordnete und Bundesrätin Agnes SCHIERHUBER (V) – 65. Geburtstag am 31. Mai.

Peter Kostelka 65

"Sozialdemokratischer" kann ein Geburtstag kaum sein: Peter Kostelka wurde am 1. Mai 1946 in Bleiberg geboren. In Kärnten absolvierte er auch Volksschule und Hauptschule sowie das Gymnasium. Dann kam er im Zug seiner Ausbildung nach Wien, wo er von 1965 bis 1967 an der Hochschule für Welthandel und 1968 bis 1972 an der Universität Wien Rechts- und Staatswissenschaften studierte. 1971 führte ihn ein Studienaufenthalt in die USA, 1972 absolvierte er einen Hochschulkurs der International Summer School Oslo.

Während seines Studiums jobbte Kostelka als Wien-Korrespondent von Bundesländer-Zeitungen, ehe er 1972 Universitätsassistent am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Uni Wien wurde. 1973 absolvierte er einen Forschungsaufenthalt in Kairo. Im Jahr darauf wurde er Sekretär im Parlamentsklub der SPÖ, 1989 Landesparteisekretär der SPÖ Wien. Erste politische Erfahrungen hatte Kostelka zuvor als Funktionär im Verband sozialistischer Mittelschüler und im VSSTÖ gesammelt.

1990 vertrat er ein knappes halbes Jahr das Bundesland Wien im Bundesrat, ehe er als Staatssekretär im Bundeskanzleramt berufen wurde – eine Funktion, die er bis 1994 ausübte. 1992 wurde er zum Vorsitzenden der SPÖ in Wien/Neubau gewählt, bei der Nationalratswahl 1994 kam er in den Nationalrat, wo  er bis zur "Wende" des Jahres 2000 als SP-Klubobmann fungierte. Seit dem 1. Juli 2001 amtiert Peter Kostelka als Volksanwalt. Vom 21. Mai 2004 bis 31. Jänner 2005 war er stellvertretender Vorsitzender des Österreich-Konvents.

Marga Hubinek 85

Die erste Frau im Präsidium des Nationalrats, Marga Hubinek, wurde am 20. Mai 1926 in Wien geboren, wo sie nach der Matura 1944 an der Universität Wien Germanistik und Geschichte studierte und 1949 promovierte. Ihren beruflichen Weg schlug sie im Fonds der Wiener Kaufmannschaft ein, wo sie 1952 Leitende Beamtin wurde.

Schon als Studentin in der Österreichischen Hochschülerschaft engagiert, verlagerte sie ihr politisches Engagement in der Folge auf die Österreichische Frauenbewegung, den Akademikerbund und in den ÖAAB. Von 1959 bis 1970 war sie Mitglied des Wiener Gemeinderats und Abgeordnete zum Wiener Landtag, ab 1978 zudem Mitglied des Gemeinderats von Breitenfurt.

Zwei Jahrzehnte ihres Wirkens gehörten dem Nationalrat, dem sie vom 31. März 1970 bis 4. November 1990 angehört hat. Einer ihrer Schwerpunkte war dabei immer die Frauenpolitik. Am 19. Februar 1986 wurde Marga Hubinek als erste Frau in das Amt des 2. Präsidenten des Nationalrats gewählt - eine Funktion, die sie bis 5. November 1990 ausübte. Hubinek wertete damals ihre Wahl als "kleinen Schritt auf dem dornenreichen Weg zu einer besseren Vertretung der Frauen insgesamt".

Franz Morak 65

Der Schauspieler, ehemalige Abgeordnete und für Kunstagenden zuständige Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Franz Morak, feiert am 25. Mai seinen 65. Geburtstag. Geboren 1946 in Graz, studierte er dort und später am Wiener Reinhardt-Seminar Schauspiel und Regie. Nach seinem ersten Engagement in Düsseldorf sorgte Morak am Wiener Volkstheater für Furore. In Peter Turrinis "Rozznjogd" und in Wolfgang Bauers "Massaker im Hotel Sacher" zeigte er sein Talent und galt fortan als große Hoffnung am heimischen Theaterhimmel. Schon mit 28 Jahren avancierte er zum Ensemblemitglied des Burgtheaters, und seine Leistungen wurden u.a. mit der Kainz-Medaille und mit dem Albin-Skoda-Ring gewürdigt.

1981 lernte Österreich eine neue Seite von Franz Morak kennen: Er wurde Rockstar. Mit "Schizo" landete er einen viel beachteten Hit, den er mit seiner ersten LP "Morak" eindrucksvoll unterstrich. Mit seinem zweiten Album "Morak´n´Roll" (1983) übertraf Morak die Erfolge seines Debüts noch und schuf eine nennenswerte Anzahl von Liedern, die heute noch als Klassiker gelten. Ähnlichen Status erreichte auch der Titelsong seiner dritten LP, "Sieger sehen anders aus" (1985). Ende der 80er Jahre wandte sich Morak wieder verstärkt dem Theater zu und zeigte mit einer allseits hoch gelobten Inszenierung von Felix Mitterers "Sibirien" 1990, dass er auch über ein bemerkenswertes Regietalent verfügt.

1994 wechselte Morak in die Politik. Im November jenes Jahres zog er für die ÖVP in den Nationalrat ein und wurde Kultursprecher seiner Partei. Hauptpunkt seiner Aktivität war dabei die Neugestaltung der Grundlagen der "Kulturschlachtschiffe" Bundestheater und Bundesmuseen. Morak trat für eine Ausgliederung dieser Einrichtungen ein, um die erforderliche Flexibilität im Kulturbetrieb zu gewährleisten. Diese Idee wurde in der Folge auch umgesetzt.

Im Februar 2000 avancierte Morak sodann zum Kunststaatssekretär, eine Funktion, die er bis zum Jänner 2007 ausübte. (Schluss)

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