Parlamentskorrespondenz Nr. 1000 vom 23.10.2024
Nach Gesetzesnovelle: Einnahmen aus Agrarmarketingbeiträgen im Jahr 2023 auf 27,5 Mio. € erheblich angestiegen
Wien (PK) – In ihrem Tätigkeitsbericht 2023 informiert die AMA-Marketing GesmbH, eine 100-prozentige Tochter der AMA (Agrarmarkt Austria), über ihre Aktivitäten und Kernaufgaben in den Bereichen Qualitätssicherung, Informationsvermittlung und Marktbearbeitung (III-1241 d.B.). Ziel sei es, den Absatz der landwirtschaftlichen Produktion zu stärken und zu fördern sowie die Erzeugnisse der Land- und Lebensmittelwirtschaft im In- und Ausland bekannt zu machen.
Den Großteil ihrer Einnahmen bezieht die AMA Marketing aus Agrarmarketingbeiträgen. 2023 betrugen die Einnahmen daraus 27,5 Mio. € - das bedeutet ein Plus von 38,88 % gegenüber dem Vorjahr (2022: 19,8 Mio. €). Grund für diese Steigerung ist eine Novelle des AMA-Gesetzes. Darin ist ein neues Beitragssystem verankert, das erstmalig neben spezifischen Produktbeiträgen auch einen Flächenbeitrag für landwirtschaftliche Nutzflächen (Acker- und Grünland) vorsah.
25.000 Vor-Ort-Kontrollen durchgeführt
Ende Dezember 2023 waren laut Bericht ca. 39.000 landwirtschaftliche Betriebe in das AMA-Gütesiegel-Programm eingebunden (2022: 41.258). Zu weiteren rund 5.000 bestanden aufrechte Lizenzverträge im Rahmen der von der AMA-Marketing herausgegebenen Richtlinien.
Zur Überprüfung der Anforderungen fanden im Berichtszeitraum insgesamt 29.009 Kontrollen statt. Sie setzen sich aus ca. 25.000 Vor-Ort-Kontrollen (2022: 23.500) und rund 4.000 Produkt- und Rückstandsanalysen bei Lebensmitteln und agrarischen Rohstoffen (2022: 4.400) zusammen. 22.431 der durchgeführten Kontrollen konnten laut Bericht ausschließlich der Überwachung des AMA-Gütesiegels zugeordnet werden, die restlichen 6.578 Kontrollen wurden im Zuge von Richtlinien und Markenprogrammen durchgeführt, die das AMA-Gütesiegel nicht umfasst.
Zahlreiche AMA-Richtlinien
Die Auszeichnung mit dem AMA Gütesiegel ist für Milch- und Milchprodukte, für Rind-, Kalb-, Schweine- und Lamm- und Ziegenkitzfleisch sowie Fleischerzeugnisse, für Geflügelfleisch, für Eier, für Obst, Gemüse und Speiseerdäpfel, für Fisch und Fischerzeugnisse, für sonstige Be- und Verarbeitungsprodukte und für Blumen und Zierpflanzen möglich. Weiters gibt es das AMA-Biosiegel sowie die AMA-Qualitäts- und Herkunftssicherungsrichtlinie für Direktvermarktung, Gastronomiebetriebe und Lebensmittelmanufakturen (Gütesiegel AMA GENUSS REGION). Spezielle Kennzeichnungs- und Registrierungssysteme der AMA Marketing dienen der Nachvollziehbarkeit und Gewährleistung der Richtigkeit spezifischer Angaben bei Fleisch, wie die Herkunfts- und Registrierungssysteme "bos" und "sus". Die AMA-Futtermittel-Richtlinie pastus + regelt die Herstellung von Einzel- und Mischfuttermitteln. 2023 wurde das Zusatzmodul "entwaldungsfreies Soja" geschaffen. Die AMA-Richtlinie Tiertransport regelt die Schlachttieranlieferung von AMA-Tieren. Die AMA-Richtlinie "Transparente Herkunft in der Gemeinschaftsverpflegung" wurde 2023 an neue rechtliche Rahmenbedingungen angepasst, heißt es im Tätigkeitsbericht.
Zukunftsdialoge für die Entwicklung der Richtlinien
Die Kernprozesse der Qualitätsmanagement-Abteilung der AMA-Marketing betreffen laut Bericht die Richtlinienentwicklung und die Zertifizierung der teilnehmenden Betriebe. Die Wünsche und Bedürfnisse der Konsument:innen sowie der teilnehmenden Betriebe fließen in die Entwicklung der Richtlinien ein. Dazu fanden im Jahr 2023 erstmals Zukunftsdialoge statt, an denen rund 720 Personen teilnahmen. Die AMA-Marketing unterstützt die Forderung nach einer Tierhaltungskennzeichnung und erstellte dazu erste Kriterien-Vorschläge in Arbeitsgruppen.
Deutschland ist wichtigster Exportpartner
Auf den Agrar- und Lebensmittelsektor entfielen im Jahr 2023 laut Bericht 8,4 % der österreichischen Gesamtexporte. Für das Ausfuhrjahr 2023 nennt der Bericht als vorläufige Daten einen Exportwert von 16,8 Mrd. €, dem ein Importwert von 17,5 Mrd. € gegenübersteht.
Deutschland ist mit Agrarausfuhren im Wert von 6,4 Mrd. € (2022: 5,9 Mrd. €) der mit Abstand wichtigste Exportpartner Österreichs. Auf den Plätzen zwei bis vier der Top-Exportländer innerhalb der EU folgen Italien, Ungarn und die Niederlande. Die Folgen des Brexits und des Kriegs in der Ukraine führten zu einem Rückgang des Exportanteils in Drittländer von 26 % im Jahr 2021 auf 21 % im Jahr 2023. (Schluss) bea