Parlamentskorrespondenz Nr. 1234 vom 30.12.2025

Fortschrittsbericht: Trend zu weniger Treibhausgas-Emissionen hält 2023 und voraussichtlich auch 2024 an

Wien (PK) – Die Treibhausgas-Emissionen gingen 2023 in Österreich weiter zurück und die vorläufigen Zahlen für 2024 prognostizieren einen weiteren Rückgang. Das geht aus dem Fortschrittsbericht 2025 (III-262 d.B.) hervor, den Klima- und Umweltschutzminister Norbert Totschnig dem Nationalrat vorgelegt hat. 2023 wurden demnach 44,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent in den Sektoren außerhalb des Emissionshandels emittiert. Die für Österreich zulässige jährliche Emissionshöchstmenge von 45,2 Mio. Tonnen wurde damit um rund 0,9 Mio. Tonnen unterschritten. Vorläufige Zahlen für 2024 (Stand Juli 2025) zeigen einen weiteren Rückgang um 2,8 % auf 43,0 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Zurückzuführen ist das dem Bericht nach auf den Einsatz erneuerbarer sowie kohlenstoffarmer Energieträger sowie Emissionsrückgänge in Bereichen, wie bei der Abfalldeponierung und fluorierten Gasen. Die Lockdown-Maßnahmen während der Covid-19-Pandemie als auch Energieeinsparungen in Folge der hohen Energiepreise durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben ebenso zu weniger Emissionen geführt. Ebenfalls positiv wirkten Klimaschutzmaßnahmen, wie die ökosoziale Steuerreform, das Verbot von fossilen Heizungen im Neubau und diverse Förderprogramme, wird im Bericht angeführt. Der zuletzt beobachtete rückläufige Emissionstrend müsse weiter fortgesetzt werden, um die unionsrechtlichen und nationalen Klimaschutzziele für 2030 und 2040 erreichen zu können. Dafür müssen dem Bericht zufolge die bestehenden Maßnahmen in der selben Intensität fortgeführt und weitere Maßnahmen gesetzt werden. Die wichtigsten Verursacher von Treibhausgas-Emissionen (ohne Emissionshandel) waren 2023 die Sektoren Verkehr (44,8 %), Gebäude (14,3 %), Landwirtschaft (19,0 %) sowie Energie und Industrie (12,4 %). Die größten Reduktionen der Treibhausgas-Emissionen seit 2005 verzeichneten die Bereiche Gebäude (‑50,3 %), Verkehr (-19,3 %) und Abfallwirtschaft (-35,4 %).

Verkehr weiterhin größter Treibhausgas-Verursacher

Seit dem Pandemiejahr 2020 ist ein deutlicher Rückgang der Verkehrsemissionen erkennbar. Ausschlaggebend dafür waren neben weniger Kraftstoffexport im Fahrzeugtank vor allem die Abnahme des motorisierten Individualverkehrs, die stärkere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und zunehmend mehr Elektrofahrzeuge. 2023 sind die Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 % auf ca. 19,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent gesunken.

Gebäudesektor: Emissionen um die Hälfte gesunken

Der Sektor Gebäude wies im Jahr 2023 6,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent an Treibhausgas-Emissionen auf. Diese sind damit um 14 % aufgrund milder Witterung und hoher Energiepreise gesunken. Damit sind die Emissionen zwischen 2005 und 2023 um 50 % gesunken. Dies ist auf thermische Sanierungen, die Zunahme erneuerbarer Energieträger, neue Heizungsanlagen und mehr Fernwärme zurückzuführen. Allerdings werden nach wie vor viele Gebäude mit klimaschädlicher fossiler Energie beheizt, wird im Bericht angeführt.

Landwirtschaft: Emissionen sinken nur mehr langsam

Die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft gingen zwischen 1990 und 2005 deutlich zurück. Dieser Trend hält in abgeschwächter Form, weiterhin an. So lagen die Emissionen 2023 mit rund 8,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent um 3,7 % unter dem Niveau von 2005. Hauptgründe dafür sind konstante Viehbestände sowie höhere Milchleistungen. Steigende Emissionen verbucht hingegen das Wirtschaftsdüngermanagement.

Keine nachhaltige Reduktion bei Industrie und Energie

Der Energie- und Industriesektor umfasst nach Klimaschutzgesetz jene Industrie- und Energiewirtschaftsanlagen, die aufgrund ihrer geringeren Kapazität und Leistung nicht dem Emissionshandel unterliegen. Die Emissionen in diesem Bereich betrugen 2023 rund 5,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Ein klarer Trend zu einer nachhaltigen Reduktion ist hier nicht erkennbar.

Die Treibhausgas-Emissionen des Sektors Abfallwirtschaft betrugen 2023 rund 2,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent und liegen damit leicht höher (+1,0 %) als im Vorjahr. Insgesamt sind diese aber zwischen 2005 und 2023 zurück gegangen. Im Wesentlichen ist dies auf weniger Emissionen aus Deponien zurückzuführen. Verdoppelt haben sich im Gegenzug gegenüber 2005 die Emissionen aus der Abfallverbrennung. (Schluss) pst