Parlamentskorrespondenz Nr. 48 vom 23.01.2026

Neu im Gesundheitsausschuss

Wien (PK) – Angesichts der "Gefährdung der ärztlichen Versorgung in Österreich" sieht FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak dringenden Handlungsbedarf (682/A(E)). Ansetzen müsste man seiner Meinung nach vor allem bei "zwei voneinander unabhängigen, aber sich gegenseitig verstärkende Problemen". Einerseits führe nämlich die gesetzliche Altersgrenze von 70 Jahren für Kassenärztinnen und Kassenärzten zu einem vorzeitigen Ausscheiden erfahrener Fachkräfte aus dem öffentlichen System. Andererseits werde der dringend benötigte ärztliche Nachwuchs durch einen Mangel an Ausbildungsplätzen nach dem Medizinstudium ausgebremst.

Kaniak gibt in der Begründung seiner Initiative zu bedenken, dass die 2009 beschlossene Altersgrenze von 70 Jahren für Kassenärztinnen und Kassenärzte, die ursprünglich den Generationswechsel fördern sollte und zudem auf der Annahme eines Ärzteüberschusses beruht habe, sich heute als kontraproduktiv erweise. Da bereits 33,3 % der gesamten Ärzteschaft älter als 55 Jahre sei, würden viele von ihnen in den kommenden Jahren  in Pension gehen. Eine aktuelle Statistik zeige, dass ein jährlicher Nachbesetzungsbedarf von 1.818 Ärztinnen und Ärzten bestehe, nur um den Status quo halten zu können.

Gleichzeitig würden junge Medizinerinnen und Mediziner eine langfristige Tätigkeit im Kassensystem scheuen, und zwar aufgrund von starren Kassenmodellen, geringer Flexibilität bei den Arbeitszeiten und einer schlechten Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Überdies würden viele aus Österreich weggehen, da sie oft monatelang auf einen Ausbildungsplatz warten müssten. Diesen Abwanderungstendenzen könne nur durch eine Ausbildungsgarantie entgegengewirkt werden, zeigt sich Kaniak überzeugt. Zu diesem Zweck könne der Bund beispielsweise einen eigenen "Ausbildungspool" einrichten, um zusätzlich Plätze anbieten zu können.

Ein weiteres entscheidendes Instrument, um zusätzliche Ärztinnen und Ärzte für das öffentliche Gesundheitssystem in Österreich zu gewinnen, wäre aus Sicht der Freiheitlichen die Etablierung eines bundesweit einheitlichen Stipendiensystems für alle öffentlichen Körperschaften. Medizinstudierende, die ein derartiges Stipendium in Anspruch nehmen, müssten sich im Gegenzug dazu verpflichten, nach Abschluss der Ausbildung der staatlichen Gesundheitsversorgung für eine bestimmte Zeit zur Verfügung zu stehen. (Schluss) sue