Parlamentskorrespondenz Nr. 67 vom 29.01.2026

Bericht über Energiearmut: 4 % der Haushalte können sich angemessen warme Wohnung nicht leisten

Wien (PK) – 3,6 % aller österreichischen Haushalte haben überdurchschnittlich hohe Energiekosten bei gleichzeitig niedrigem Einkommen. Das geht aus dem ersten Jahresbericht der Koordinierungs- und Kompetenzstelle zur Bekämpfung von Energiearmut kea für die Jahre 2023 und 2024 hervor. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat diesen dem Nationalrat vorgelegt (III-283 d.B.). Weitere 3,6 % würden ebenfalls über ein niedriges Einkommen (unter der Armutsgefährdungsschwelle) verfügen, aber unterdurchschnittlich wenig davon für Energie ausgeben. Es sei davon auszugehen, dass diese Haushalte ihren Energieverbrauch derartig einschränken, dass kein angemessener Lebensstandard mehr erreicht werden kann, wird im Bericht argumentiert. 4 % der Haushalte würden zudem angeben, dass sie es sich nicht leisten können, ihre Wohnung angemessen warm zu halten. Energiearmut habe häufig auch Auswirkungen auf Gesundheit, Bildungschancen, Erwerbsfähigkeit, Wohlbefinden, soziale Teilhabe und Lebensqualität. Sie sei daher eine vielseitige gesellschaftliche Herausforderung, die vor allem durch finanzielle Engpässe, hohe Energiekosten und energieineffiziente Wohnbedingungen bedingt ist.

kea fordert nationale Strategie gegen Energiearmut

Im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen, wie etwa die steigenden Netzentgelte und das Auslaufen der Krisenmaßnahmen zur Dämpfung der Energiepreise Ende 2024, sollten wieder zielführende Maßnahmen diskutiert werden. Dazu soll den Autorinnen und Autoren nach eine langfristige Planung bis 2030 sowie eine umfassende nationale Strategie gegen Energiearmut erarbeitet werden. Ebenso seien Maßnahmen zur Sicherstellung leistbarer Strompreismodelle notwendig. Zudem sieht die Stelle auch Bedarf für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in vulnerablen Haushalten.

Koordinierungs- und Kompetenzstelle zur Bekämpfung von Energiearmut kea

Um Energiearmut nachhaltig zu begegnen, ist 2023 die Koordinierungs- und Kompetenzstelle zur Bekämpfung von Energiearmut (kea) ins Leben gerufen worden. Der gesetzliche Auftrag umfasst eine Vielzahl an Aufgaben, wie die Kooperation und Vernetzung mit relevanten Akteuren, die Entwicklung und Koordinierung von Maßnahmen sowie die Formulierung von Empfehlungen. Damit soll die Einrichtung zur Verringerung energiearmer Haushalte in Österreich beitragen sowie die Dekarbonisierung betroffener Haushalte und den Zugang zu erneuerbaren Energien fördern. (Schluss) pst

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