Parlamentskorrespondenz Nr. 68 vom 30.01.2026

EU plant weitere Schritte zur Realisierung eines Europäischen Bildungsraums

Wien (PK) – Auf europäischer Ebene steht das Jahr 2026 bildungspolitisch im Zeichen der "fortschreitenden Umsetzung" des Europäischen Bildungsraums bis 2030. Darüber informiert Bildungsminister Christoph Wiederkehr in einem Bericht auf Grundlage des Arbeitsprogramms der Europäischen Kommission und der Programme des zypriotischen sowie des irischen Ratsvorsitzes (III-281 d.B. und III-902-BR/2026 d.B.).

Die Europäische Union hat im Bildungsbereich gemäß ihren Verträgen keine Regelungskompetenz. Die Mitgliedstaaten gestalten selbst ihre Bildungssysteme, kooperieren aber auf EU-Ebene.

Europäischer Bildungsraum bis 2030

Als zentrales Ziel der EU-Bildungszusammenarbeit gilt die Schaffung eines Europäischen Bildungsraums bis 2030. Lernen und Studieren soll grenzüberschreitend möglich und Bildungsabschlüsse EU-weit anerkannt werden. Neben ihrer Erstsprache sollen junge Menschen noch weitere Sprachen lernen.

Im zweiten Halbjahr 2025 wurde unter dänischem Vorsitz eine Entschließung zum zweiten Zyklus des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung mit Blick auf den Europäischen Bildungsraum (2026–2030) verhandelt. Beim Rat Bildung im November 2025 gab es für dieses Dokument jedoch nicht die nötige Einstimmigkeit. Es ist unklar, ob und wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden.

Geplante Initiativen 2026 im Überblick

Der zypriotische Ratsvorsitz legt laut Bericht im ersten Halbjahr 2026 seine Schwerpunkte im Bereich Bildung auf die Verhandlung der nächsten Erasmus+-Programmgeneration (2028–2034) sowie die berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften und die Steigerung der Attraktivität des Lehrberufs. Es ist geplant, Schlussfolgerungen zu "Lehrkräften im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI)" zu verhandeln. Eine bereits für 2025 angekündigte Berufsbildungsstrategie soll im zweiten Quartal 2026 von der Europäischen Kommission vorgestellt werden.

Unter irischem Ratsvorsitz ist laut Bericht in der zweiten Jahreshälfte geplant, die Verhandlungen für die nächste Erasmus+-Programmgeneration (2028–2034) fortzuführen, die europäische Berufsbildung weiterzuentwickeln, Grundkompetenzen und MINT zu stärken sowie die Zusammenarbeit im Bereich Digitalisierung und KI auszubauen. Darüber hinaus soll auch ein Fokus auf Inklusion und die Bekämpfung von Mobbing im Bildungsbereich gelegt werden.

Für das dritte Quartal 2026 ist von der Europäischen Kommission die Veröffentlichung eines Bildungspakets vorgesehen. Dieses soll die zwei nicht-legislativen Initiativen "European School Alliances and Basic Skills Support Scheme" und "2030 Roadmap on the future of digital education and skills" umfassen. Die im Rahmen des "Fair Labour Mobility Package" geplante legislative "Skills Portability Initiative" wird laut Bericht auch Bildungsfragen umfassen. Diese soll im dritten Quartal 2026 veröffentlich werden und dazu beitragen, die Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen in der EU zu erleichtern.

Erasmus+ 2026: 76,5 Mio. € für Österreich

Für die Erasmus+-Programmgeneration 2021–2027 steht ein EU-Budget von insgesamt 28 Mrd. € bereit. Davon erhält Österreich ca. 683 Mio. €. Für 2026 stehen Österreich davon rund 76,5 Mio. € für Mobilitäts- und Kooperationsprojekte im Bildungsbereich zur Verfügung (2025: 78 Mio. €). (Schluss) bea