Parlamentskorrespondenz Nr. 94 vom 09.02.2026

IG-L-Bericht: Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid ist 2021 bis 2023 gesunken

Wien (PK) – Das Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) legt für eine Reihe von Luftschadstoffen Grenz- und Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der Ökosysteme und der Vegetation fest. Die Einhaltung dieser Werte wird im IG-L-Bericht 2021-2023 (III-282 d.B.) dokumentiert. Dieser gibt einen Überblick über die Entwicklung der Emissionen und Immissionen von Luftschadstoffen in Österreich sowie über den Erfolg getroffener Gegenmaßnahmen. Demzufolge gingen im Berichtszeitzaum die Feinstaubbelastungen zurück. Ebensolche Rückgänge gibt es bei Stickstoff- und Schwefeldioxiden zu verbuchen.

Feinstaubbelastung geht zurück

Der Tagesmittelwert der Feinstaub-PM10-Konzentration wurde 2021 an den Messstellen Wiener Neudorf und Köflach überschritten, 2022 und 2023 in ganz Österreich eingehalten. Der Jahresmittelwert wurde 2021 bis 2023 an keiner Messstelle überschritten. Diese Werte nahmen zwischen 2004 und 2023 um 45 % ab. Die Anzahl der Überschreitungen des Tagesmittelwertes reduzierte sich in dieser Zeit um ca. 95 %. Der Rückgang sei langfristig auf die Abnahme der Emissionen primärer Partikel sowie der Vorläufersubstanzen sekundärer Partikel im In- und Ausland zurückzuführen, wird im Bericht angeführt.

Die österreichischen Emissionen von Feinstaub-PM10 sind seit 2000 um rund ein Drittel zurückgegangen. Hauptverursacher der Feinstaub-PM10-Emissionen sind die Sektoren Raumwärme, Bergbau/Steinbrüche/Schotterabbau, Verkehr, Landwirtschaft und Bauwirtschaft. Durch die EU-Richtlinie zur Reduktion der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe soll eine weitere Verringerung erreicht werden.

Die Feinstaub-PM2,5-Belastung zeigt einen ähnlichen Verlauf. So wurde der Grenzwert für den Jahresmittelwert 2021 bis 2023 an keiner Messstelle überschritten und die Emissionen haben sich in dieser Zeit um knapp die Hälfte reduziert. Hauptverursacher dieser Emissionen sind die Sektoren Raumwärme und Verkehr.

Verkehr ausschlaggebend für Stickstoffdioxid-Belastung

2021 bis 2023 traten auch bei Stickstoffdioxid (NO2) keine Überschreitungen der Summe aus Grenzwert und Toleranzmarge auf. Der Grenzwert für den Jahresmittelwert wurde 2021 an sieben, 2022 an vier und 2023 an zwei Messstellen überschritten. Der Alarmwert für NO2 wurde 2021 bis 2023 an keiner Messstelle überschritten. Allerdings wurde der Zielwertes zum Schutz der menschlichen Gesundheit 2021 und 2022 an jeweils einer Messstelle überschritten. Hauptverursacher für die hohe NO2-Belastung ist dem Bericht zufolge der Straßenverkehr. Die NO2-Belastung stieg wegen zunehmender Emissionen aus Diesel-Pkw zwischen 2000 und 2006 deutlich an und geht seither wieder zurück. Die Belastung mit Stickstoffoxiden (NOx) verringerte sich in den 1990er-Jahren und ging nach 2006 deutlich zurück.

Grenzwerte für Schwefeldioxid eingehalten

Überschreitungen des Grenzwerts für die Schwefeldioxid-Belastung traten an einzelnen industrienahen Messstellen auf. Der Grenzwert für den Jahresmittelwert als auch die Grenzwerte zum Schutz der Ökosysteme wurden 2021 bis 2023 eingehalten. Die Emissionen von Schwefeldioxid (SO2) sind zwischen den Jahren 1990 und 2023 um 86 % gesunken.

Der Grenzwert für Benzo(a)pyren wurde im Berichtszeitraum an einer Messstelle in Kärnten überschritten. Die Emissionen sind seit 1990 um 72 % zurückgegangen. Grenzwertverletzungen bei Staubniederschlag traten 2021 bis 2023 in Leoben auf. Der Grenzwert für Blei im Staubniederschlag wurde in Arnoldstein und Brixlegg überschritten. Der Grenzwert für Kadmium wurde an allen Messstellen eingehalten. (Schluss) pst