Parlamentskorrespondenz Nr. 147 vom 27.02.2026

Neu im Bildungsausschuss

Wien (PK) – Gegen die Kürzung von Fremdsprachen- und Lateinunterricht in der AHS-Oberstufe zugunsten neuer Schulfächer spricht sich die FPÖ in einem neu eingebrachten Entschließungsantrag aus. Die Grünen fordern von Bildungsminister Christoph Wiederkehr mit zwei Entschließungsanträgen Rechtssicherheit beim Einsatz von Telepräsenzsystemen sowie mehr digitale Souveränität in Schulen.

FPÖ gegen Kürzung von Fremdsprachenunterricht

Die FPÖ drückt in einem Entschließungsantrag ihre Ablehnung zu den Plänen des Bildungsministers aus, den Fremdsprachenunterricht in der AHS-Oberstufe zugunsten neuer Fächer wie "Informatik und Künstliche Intelligenz" sowie "Medien und Demokratie" zu kürzen. Sowohl eine zweite lebende Fremdsprache als auch Latein seien jene Unterrichtsfächer, die das sprachliche Fundament gymnasialer Bildung sichern würden, heißt es im Antrag. Mehrsprachigkeit sei eine "zentrale Kompetenz in einem wirtschaftlich, politisch und kulturell verflochtenen Europa", betonen die Freiheitlichen. Sie fordern Bildungsminister Christoph Wiederkehr auf, geplante "Sparmaßnahmen beim Fremdsprachenunterricht an österreichischen Gymnasien zu stoppen". Sowohl Latein als auch die zweite lebende Fremdsprache sollten als integrale Bestandteile des Lehrplans im derzeitigen Stundenausmaß erhalten bleiben, um die "Vermittlung von Sprachbewusstsein, logischem Denken und kultureller sowie historischer Orientierungsfähigkeit" weiterhin zu gewährleisten (714/A(E)).

Grüne für Rechtssicherheit bei der Verwendung von Telepräsenzsystemen

Telepräsenzsysteme – oder sogenannte "Schulavatare" - könnten für chronisch kranke Kinder und Jugendliche ein Hilfsmittel sein, um trotz gesundheitlicher Einschränkungen Kontakt zur eigenen Klasse zu halten und in vertretbarem Umfang am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen, heißt es in einem Entschließungsantrag der Grünen. Ob solche Systeme zum Einsatz kommen dürfen, entscheiden die Schulen, die auch die damit verbundene datenschutzrechtliche Verantwortung übernehmen müssen. Die Grünen kritisieren im Antrag in diesem Zusammenhang das Fehlen verbindlicher Regelungen. In einer Anfragebeantwortung habe das Bildungsministerium angegeben, Empfehlungen für den Umgang mit Telepräsenzsystemen ausarbeiten zu wollen und zu prüfen, ob mögliche schulrechtliche Anpassungen notwendig seien. Mit ihrem Antrag setzen sich die Grünen für schnelles Handeln ein und ersuchen Bildungsminister Christoph Wiederkehr, "ehestmöglich eine verbindliche rechtliche Grundlage für den Einsatz von Telepräsenzsystemen" zu schaffen (732/A(E)).

Grüne fordern mehr digitale Souveränität in Schulen

In einem weiteren Entschließungsantrag drängen die Grünen auf mehr digitale Souveränität in Schulen. Die österreichische Datenschutzbehörde (DSB) habe festgestellt, dass das US-Unternehmen Microsoft Werbe- und Tracking-Cookies auf den Geräten einer Schülerin ohne deren Einwilligung installiert habe. Es sei davon auszugehen, dass "weit über 260.000 österreichische Kinder" infolge der proprietären Geräteinitiative des Bildungsministeriums von dem "rechtswidrigen Tracking durch Microsoft" betroffen seien, heißt es im Antrag der Grünen. Denn das Bildungsministerium setze in seiner Geräteinitiative in Schulen zu rund 98 % auf proprietäre Systeme – zu mehr als auf 57 % Windows, mehr als 36 % auf Apple iOS und rund 5 % auf Google. Bildungsminister Christoph Wiederkehr solle den Entscheidungen der Datenschutzbehörde folgend "weiteres rechtswidriges Tracking" von Schülerinnen und Schülern unterbinden, fordern die Grünen. Zudem sollen Schulleiterinnen und Schulleiter im Rahmen der Geräteinitiative proaktiv bei der Auswahl von Open-Source-Alternativen oder europäischer Alternativen unterstützt werden - insbesondere bei der Beschaffung, aber auch bei der Gerätebetreuung, bei der Systembetreuung und bei Fortbildungen für Lehrkräfte und Informatik-Kustodinnen und Informatik-Kustoden (727/A(E)). (Schluss) bea

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