Parlamentskorrespondenz Nr. 259 vom 27.03.2026
Neu im Sozialausschuss
Wien (PK) – Die FPÖ nimmt eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Oberösterreich zum Anlass, um eine Reform der Begutachtungspraxis der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) zu fordern. Zudem tritt sie dafür ein, Asylwerberinnen und Asylwerbern künftig nur eine medizinische Basisversorgung zu gewähren sowie die "politisch besetzten" Verwaltungskörper in der Sozialversicherung durch ein fachlich kompetentes und unabhängiges Management zu ersetzen.
Basisversorgung für Asylsuchende
Nach Meinung der FPÖ-Abgeordneten Peter Wurm und Dagmar Belakowitsch wäre es "ein erster kleiner Schritt für Fairness" gegenüber den Beitragszahlerinnen und -zahlern, würde man die medizinische Versorgung von Asylwerberinnen und Asylwerbern auf Basisleistungen beschränken, statt ihnen einen vollen Zugriff auf sämtliche – von der Allgemeinheit finanzierte – Gesundheitsleistungen zu gewähren. Sie fordern Sozialministerin Korinna Schumann in diesem Sinn dazu auf, entsprechende rechtliche Grundlagen vorzulegen (798/A(E)), wobei akute Notfälle, Unfälle und Entbindungen nicht betroffen sein sollen. Ein solcher Schritt sei längst überfällig, argumentieren sie. Europarechtlich gebe es dafür Spielraum, sind Wurm und Belakowitsch überzeugt.
Reform der Begutachtungspraxis der PVA
Ein weiteres Anliegen ist der FPÖ, die Begutachtungspraxis der PVA sowohl durch das Sozialministerium zu prüfen als auch extern zu evaluieren und dem Nationalrat dazu einen Bericht vorzulegen (799/A(E)). Ziel muss den Abgeordneten Belakowitsch und Wurm zufolge eine grundlegende Reform sein. Es brauche "ein faires, transparentes und nachvollziehbares Begutachtungssystem inklusive einer echten und weisungsfreien Schlichtungsstelle", mahnen sie.
Die FPÖ beruft sich dabei unter anderem auf eine im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich erstellte Studie mit "alarmierenden Ergebnissen". So hätten 70 % der Antragstellerinnen und Antragsteller auf eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension die Untersuchung als wenig oder gar nicht respektvoll bewertet. Bei Pflegegeldanträgen sei dieser Anteil bei 42 % gelegen. Zudem würden Intransparenz und Voreingenommenheit beklagt. Diese "Missstände" würden zu erheblichen Belastungen für die Betroffenen führen und das Vertrauen in die Sozialversicherungssysteme untergraben, machen Belakowitsch und Wurm geltend. Auch andere Institutionen wie der Österreichische Behindertenrat und die Volksanwaltschaft mahnen ihnen zufolge Reformen ein.
"Kompetentes" Management für Sozialversicherungen
Kritik übt die FPÖ außerdem an der jüngsten Sozialversicherungsnovelle, mit der den Mitgliedern der Verwaltungskörper der Sozialversicherungsträger ihrer Meinung nach ein "De-facto-Blankoscheck für verantwortungsloses Handeln" ausgestellt worden sei. Die betreffenden Funktionärinnen und Funktionäre müssten für Fehlentscheidungen, die in Verwaltungsstrafen münden, nicht mehr persönlich geradestehen, bemängeln sie.
Vor diesem Hintergrund drängt die FPÖ auf eine generelle Reform bei den Sozialversicherungen inklusive einer Abkehr vom Prinzip der Selbstverwaltung. Die Selbstverwaltung sei "ein Relikt des 20. Jahrhunderts" und diene primär der parteipolitischen Einflussnahme und der Versorgung von Kammerfunktionärinnen und -funktionären, argumentiert sie. Statt auf Basis von Fachwissen würden Verwaltungsräte nach politischem Proporz besetzt. Komplexe Managementaufgaben wie die Verwaltung von "Milliardenvermögen" würden aber hauptverantwortliche Spezialistinnen und Spezialisten erfordern. Die Abgeordneten Belakowitsch und Wurm fordern daher in einem Entschließungsantrag (800/A(E)), die Verwaltungskörper durch ein fachlich kompetentes und parteipolitisch unabhängiges Management zu ersetzen, welches eine sparsame, wirtschaftliche und rechtskonforme Verwaltung gewährleiste. (Schluss) gs
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- 799/A(E) - Reform der Begutachtungspraxis der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) zur Sicherstellung von Fairness und Transparenz
- 800/A(E) - Fachlich kompetentes und parteipolitisch unabhängiges Management statt schwarz-rotem Proporz in der österreichischen Sozialversicherung
- 798/A(E) - Erster kleiner Schritt für Fairness in der Sozialversicherung und gegenüber den Beitragszahlern – Basisversorgung statt vollem medizinischem Leistungszugang für Asylwerber