Parlamentskorrespondenz Nr. 263 vom 30.03.2026

KMU im Fokus 2025: Kleine und mittlere Betriebe sollen von Industriestrategie profitieren

Wien (PK) – Mit rund 604.100 Betrieben machen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) 99,7 % aller Unternehmen in Österreich aus, beschäftigen etwa 2,46 Mio. Menschen – darunter mehr als 52.000 Lehrlinge – und erwirtschaften damit über die Hälfte der Bruttowertschöpfung der heimischen Wirtschaft. Das hebt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer im Bericht über die Situation und Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) der österreichischen Wirtschaft für das Jahr 2025 unter dem Titel "KMU im Fokus 2025" hervor (III-316 d.B.). KMU seien das Rückgrat Österreichs, indem sie Arbeitsplätze schaffen, Fachkräfte ausbilden, Innovationen vorantreiben und Wertschöpfung in allen Regionen sichern.

Vor dem Hintergrund von herausfordernden Rahmenbedingungen weist der Wirtschaftsminister auf Maßnahmen wie etwa die Industriestrategie Österreich 2035 hin, von der nicht zuletzt die vielen KMU unter den heimischen Industriebetrieben profitieren würden. Bis 2029 würden für Innovation und Schlüsseltechnologien im FTI-Pakt ein Förderbudget von 2,6 Mrd. € bereitgestellt und für viele KMU der Weg zu Fördermitteln vereinfacht. Positiv für KMU nennt Hattmannsdorfer unter anderem auch den Standort- und Transformationsfonds oder die Entwicklung von Lehrberufen entlang von Schlüsseltechnologien. Der ab 2027 geltende Industriestrompreis würde energieintensive KMU entlasten, ebenso wie der Fokus auf "Made in Europe" dafür sorgen werde, dass qualitative Produkte in der öffentlichen Beschaffung und Förderung Vorrang genießen. An Maßnahmen zur Entlastung und Unterstützung von KMU weist der Minister etwa auch auf die kürzlich eingebrachte Reform der Gewerbeordnung, unter anderem mit einer Reduktion von Genehmigungspflichten, hin.

Aktuelle Entwicklung bei den KMU "verhalten"

Im Vergleich zu 2023 sei die Anzahl der KMU 2024 leicht gestiegen (+0,5 %), während die Beschäftigtenzahl um 0,8 % zurückgegangen ist, ist dem Bericht zu entnehmen. Das nominelle Plus der Bruttowertschöpfung (+2,5 %) sei vor allem auf Preissteigerungen zurückzuführen – real sei es zu einem Rückgang um 1,5 % gekommen. Im Zeitvergleich 2023/2024 hätten sich die österreichischen KMU im Hinblick auf Beschäftigung und Wertschöpfung außerdem schlechter als die KMU im EU-Durchschnitt entwickelt. Im Jahr 2025 sei zwar der Konjunkturtiefpunkt durchschritten worden, die Entwicklung jedoch moderat geblieben. Die Unternehmen verbuchten im Bilanzjahr 2023/24 einen Rückgang der Rentabilität, während die Eigenkapitalsituation stabil blieb, so der Bericht.

Stärkefelder und Herausforderungen der KMU

Was die Stärkefelder der österreichischen KMU betrifft, würden diese etwa eine hohe Dichte hochspezialisierter Nischenmarktführer – sogenannter Hidden Champions – sowie einen ausgeprägten Internationalisierungsgrad aufweisen. Neben einem guten Zugang zu Finanzierung werden im Bericht ökologische Innovationsaktivitäten und eine hohe Kooperationsbereitschaft hervorgehoben.

Zu den Herausforderungen für KMU würden bürokratische Hürden und hohe Arbeitskosten, unterentwickelte Eigen- und Risikokapitalmärkte, eine rückläufige Innovationsleistung sowie der Fachkräftemangel zählen. Bei der Digitalisierung liegen sie dem Bericht zufolge im EU-Mittelfeld.

Für einen dynamischen KMU-Sektor sei es entscheidend, die Rahmenbedingungen auf die sehr vielfältigen Unternehmensgruppen abzustimmen. Vor diesem Hintergrund analysiert ein Schwerpunktkapitel des Berichts zunächst die Situation der KMU entlang ihrer zentralen Entwicklungsphasen – von der Gründung bis zur Schließung – und anschließend mit Blick auf wichtige Wirtschaftsbereiche und Branchen. Die drei größten Wirtschaftsbereiche, gemessen an der Wertschöpfung, seien die Herstellung von Waren (2023: rund 72 Mrd. € bzw. 24 % der Wertschöpfung der marktorientierten Wirtschaft), der Handel (47 Mrd. € bzw. 16 %) und der Bau (26 Mrd. € bzw. 9 %).

Die Vision der Industriestrategie Österreich 2035 sei, Österreich bis 2035 unter die Top-10 der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften zu bringen, so der Bericht. In diesem Kontext stehe kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich ein breites Spektrum an Unterstützungsangeboten zur Verfügung – von Förderungen in den Bereichen Innovation, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bis hin zu staatlichen Maßnahmen zum Abbau regulatorischer Hürden, zur Erleichterung des Marktzugangs und zur Verbesserung des Finanzierungszugangs. (Schluss) mbu

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