Parlamentskorrespondenz Nr. 335 vom 21.04.2026

Bedarf an Zivildienern steigt

Wien (PK) – Seit seiner Einführung vor über 50 Jahren im Jahr 1975 haben sich mehr als 450.000 junge Männer für den Zivildienst entschieden. Im Jubiläumsjahr 2025 lag die Anzahl der Zivildienstleistenden bei 14.884. Aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge geht die Zahl zurück, während der Bedarf weiter steigt, geht aus dem Zivildienstbericht über die Jahre 2023 bis 2025 hervor, den Bundesministerin Claudia Bauer dem Nationalrat vorgelegt hat (III-326 d.B.). Positiv reüssiert sie über die Schaffung von mehr Flexibilität, die Möglichkeit, den Dienst zu teilen sowie die Einführung des "Papamonats" im Berichtszeitraum.

Bedarf zu knapp 90 % gedeckt

Während im ersten Zivildienstjahr 1975 344 Männer ihren Dienst antraten, lag die Zahl im Jahr 2025 bei 14.884, die vierthöchste Anzahl seit Beginn. Im Jahr 2024 waren es 14.892 und 2023 14.630 Personen. Die höchste Anzahl an Zuweisungen (15.224) wurde im Jahr 2016 verzeichnet.

Gemeldet wurde im Jahr 2025 ein Bedarf von 16.591 Plätzen. Somit konnten 89,7 % der Stellen belegt werden, ähnlich wie in den Jahren zuvor. Angesichts der geburtenschwachen Jahrgänge ist im Bericht die Rede von einem "guten Wert". Laut Ministerin Bauer stehe der Zivildienst allerdings vor Herausforderungen. Eine alternde Gesellschaft und steigende Anforderungen würden auf weniger verfügbare Zivildiener treffen. Die Bedarfsdeckung ist im Laufe eines Jahres ausbildungsbedingt unterschiedlich hoch. Während im Frühling teilweise zu wenige Zivildienstleistende zur Verfügung stehen, gibt es ab Sommer (also nach Schulabschluss) österreichweit meist ausreichend Personen. Der beliebteste Antrittstermin ist der Oktober.

Die meisten Zivildiensterklärungen wurden in Oberösterreich (21 %), Niederösterreich (20 %), Wien (18 %) und in der Steiermark (13 %) abgegeben.

Größtes Einsatzgebiet Rettungswesen

Das größte Einsatzgebiet beim Zivildienst ist das Rettungswesen. 2025 wurden rund 39 % diesem Bereich zugewiesen, 27 % der Sozial- und Behindertenhilfe, 12 % zu Einrichtungen für die Betreuung von Älteren und 9 % zu Krankenanstalten. Weitere Einsatzbereiche sind etwa Katastrophenhilfe, Zivilschutz, Kinderbetreuung, die Betreuung von Vertriebenen, Asylwerbenden und Menschen in Schubhaft sowie Sozialhilfe in der Landwirtschaft, öffentliche Sicherheit im Straßenverkehr, Jugendarbeit, Umweltschutz sowie Gedenkstätten.

Aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge wurden die Kriterien für die Anerkennung neuer Zivildiensteinrichtungen und Plätze überarbeitet. Seit der Mitte 2024 in Kraft getretenen Zivildienstnovelle gilt, dass bei der Genehmigung neuer Einrichtungen auch die Bedarfsdeckung im Bundesland und Nachbarbundesländern ausschlaggebend ist.

Der Zivildienst sei ein wichtiger Türöffner für das Ehrenamt, heißt es im Bericht. Rund 30 % der jungen Männer würden sich nach dem Zivildienst als Ehrenamtliche engagieren und etwa 9 % als Hauptamtliche in ihrer Organisation weiterarbeiten.

2025 wurden für den Zivildienst 67 Mio. € ausgegeben. Der Zivildienstbericht enthält noch weitere detaillierte Angaben zur finanziellen Gebarung und statistische Auswertungen der Länder sowie Informationen über durchgeführte Kontrollen in den Zivildiensteinrichtungen und damit einhergehende Schlichtungs- und Strafverfahren. (Schluss) fan