Parlamentskorrespondenz Nr. 377 vom 29.04.2026

Neu im Familienausschuss

Wien (PK) – Die aktuelle Entwicklung der Jugendkriminalität in Österreich zeige eine besorgniserregende Dynamik und mache deutlich, dass das bestehende System nicht ausreichend wirke, gibt FPÖ-Mandatar Maximilian Weinzierl in einem Entschließungsantrag zu bedenken. Allein im Jahr 2025 seien 23.776 Fälle von Jugendkriminalität registriert worden, was einem Anstieg von über 10 % entspricht. Besonders alarmierend sei aus seiner Sicht dabei der deutliche Zuwachs bei sehr jungen Tatverdächtigen sowie bei Delikten wie Einbruch und Körperverletzung (846/A(E)).  

Gerade im Jugendbereich sei es jedoch entscheidend, dass strafbares Verhalten unmittelbare, spürbare und nachvollziehbare Konsequenzen nach sich ziehe, zeigt sich Weinzierl überzeugt. Die derzeitige Praxis der Sanktionen für jugendliche Straftäter vermittle diese Konsequenz vielfach nicht ausreichend, da "die klassische Haft häufig lediglich verwahre". Er schlägt daher die Einführung von sogenannten Bootcamp-Programmen vor, die durch "ihren konsequenten, fordernden und straff strukturierten Charakter" eine unmittelbare Konfrontation mit den Folgen des eigenen Handelns ermöglichen würden.

Außerdem würden im Rahmen von Bootcamps disziplinierende Elemente mit intensiver pädagogischer und psychologischer Begleitung verbunden. Untersuchungen würden belegen, dass sich während der Teilnahme Verbesserungen in Disziplin, Selbstkontrolle und Regelakzeptanz einstellen können, führt Weinzierl als weiteres Argument ins Treffen. Österreich müsse in Sachen Jugendkriminalität endlich ein klares Signal setzen und integrierte, bereichsübergreifende Bootcamp-Programme für jugendliche Straftäter umsetzen. (Schluss) sue