Parlamentskorrespondenz Nr. 432 vom 18.05.2026
Waldfonds: 91 % der Mittel bereits aufgebraucht
Wien (PK) – Der angesichts des Klimawandels als bundesweites Förderinstrument zur Stabilisierung, Wiederherstellung und Weiterentwicklung der Wälder eingerichtete Waldfonds verbinde akute Schadensbewältigung mit struktureller Zukunftsvorsorge, heißt es in dem von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig vorgelegten Bericht für das Jahr 2025 (III-332 d.B.). Konkret wird im Bericht auf die Maßnahmen des Waldfonds, den Umsetzungsstand sowie auf den laut Ressort durch den Klimawandel bedingten stark gestiegenen Bedarf an Anpassungsmaßnahmen für Österreichs Wälder eingegangen.
Mit dem Waldfonds werden Wiederaufforstungen und Pflegemaßnahmen nach Schadereignissen, die Entwicklung klimafitter Mischbestände, die Errichtung von Nass- und Trockenlagern für Schadholz, Forstschutzmaßnahmen gegen Borkenkäfer, Maßnahmen zur Waldbrandprävention, Forschung zu klimafitten Wäldern sowie Maßnahmen zur Stärkung der Biodiversität im Wald und zur verstärkten Verwendung des Rohstoffes Holz gefördert. Laut dem Bericht sind mit 1. April 2026 von den insgesamt zur Verfügung stehenden 430 Mio. € bereits rund 391 Mio. € gebunden und teilweise ausbezahlt. Das entspricht einem Umsetzungsstand von rund 91 %. Ohne zusätzliche Aufstockung reiche somit die Mittelausstattung für weitere Flächenmaßnahmen nur noch bis etwa September 2026, gibt das Landwirtschaftsressort zu bedenken.
Bis Ende des Jahre 2025 seien über 31.000 Anträge bewilligt worden, wobei insbesondere Waldbewirtschafterinnen und Waldbewirtschafter eine Förderung aus dem Waldfonds erhalten hätten, informiert der Bericht. Österreichweit seien so bereits Wiederaufforstungen mit rund 29 Mio. klimafitten Forstpflanzen unterstützt und insgesamt bereits rund 36.500 Hektar aufgeforstet bzw. gepflegt worden, was nahezu einer Fläche so groß wie Wien entspreche.
Eine Evaluierung des Waldfonds bestätige sowohl den hohen Bedarf an den Waldfondsmaßnahmen als auch deren sehr gute Wirksamkeit im Hinblick auf die jeweiligen Zielsetzungen. Angesichts des rasch fortschreitenden Klimawandels könne jedoch auch mit dem Instrument des Waldfonds und seiner derzeitigen finanziellen Ausstattung der nationale Förderbedarf mittel- bis langfristig nicht vollständig abgedeckt werden, heißt es im Bericht des Landwirtschaftsministers.
Rückgang bei Schadholzmengen, Niveau bleibt jedoch hoch
Was den Schadholzanteil am gesamten Holzeinschlag betrifft, ist dieser erstmals seit drei Jahren des Anstiegs wieder gesunken. Er lag im Jahr 2025 mit 6,38 Mio. Erntefestmetern bei 33 % (2024: 55 %). Dennoch bleibt das Niveau im langjährigen Vergleich weiterhin sehr hoch. Im Durchschnitt der letzten acht Jahre waren rund 47 % des Holzeinschlags schadholzbedingt. Im Vergleich dazu lag dieser Anteil im Zeitraum von 2010 bis 2017 bei lediglich 28 %.
Ursächlich für die hohen Schadholzmengen seien das durch den Klimawandel bedingte vermehrte Auftreten von Schädlingen sowie die damit verbundenen lange andauernden Trockenperioden und Stürme. Der daraus resultierende Finanzierungsbedarf für Wiederbewaldung und Waldpflege übersteige jedoch die im Rahmen des GAP-Strategieplans verfügbaren Fördermöglichkeiten deutlich. Schätzungen würden davon ausgehen, dass sich allein für die derzeitigen Schadflächen in Österreichs Wäldern ein Bedarf von rund 1,1 Mrd. € für die Wiederbewaldung nach Katastrophenereignissen ergebe. Bis 2050 beliefen sich die klimabedingten Anpassungskosten auf rund 6,7 Mrd. €, die jedoch mit den derzeit verfügbaren Förderinstrumenten nicht bewältigbar seien, so das Landwirtschaftsressort. (Schluss) med