Parlamentskorrespondenz Nr. 523 vom 09.06.2026
ORF konnte auch 2025 bei Marktanteilen zulegen
Wien (PK) – Die ORF-Fernsehflotte konnte 2025 – zum zweiten Mal in Folge – ihren Marktanteil in Österreich erhöhen. 34,6 % erzielten die Sender ORF 1, ORF 2, ORF III und ORF Sport+ in der Bevölkerungsgruppe 12+ gemeinsam. Damit konnte der Marktanteil nach 2024 erneut um 0,4 Prozentpunkte gesteigert werden. Das geht aus dem ORF-Jahresbericht 2025 hervor, den Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler vor kurzem gemeinsam mit dem ORF-Transparenzbericht dem Nationalrat vorgelegt hat (III-343 d.B.). Die Radioflotte blieb mit einem Marktanteil von 60 % stabil, neue Rekordwerte gab es bei den Videoaufrufen.
Entsprechend zufrieden bilanziert das ORF-Management. Trotz verschärfter Rahmenbedingungen für alle Medien in Österreich habe der ORF seine hohen Akzeptanzwerte absichern können, heißt es im Bericht. So würden jede Woche durchschnittlich 90 % der Österreicherinnen und Österreicher zumindest ein Angebot des ORF nutzen. 73 % hielten einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk für wichtig. Auch die Zahl derer, die den Erhalt des ORF ausdrücklich befürworten, ist laut Bericht mit einem Wert von 62 % deutlich gestiegen. Inwieweit sich die jüngsten Turbulenzen beim ORF auf die Akzeptanz des Senders auswirken, bleibt allerdings offen, der Bericht wurde bereits im März erstellt.
Marktanteil von 34,6 % für ORF-Fernsehflotte
Dass die ORF-Fernsehflotte ihren Marktanteil ein weiteres Mal um 0,4 Prozentpunkte steigern konnte, ist vor allem ORF 1 zu verdanken. Das Programm konnte um 0,7 Prozentpunkte auf 10,8 % zulegen, während ORF 2 mit 20,8 % Marktanteil geringfügig verlor (2024: 20,9 %). Auch ORF III und ORF Sport+ büßten mit 2,6 % bzw. 0,4 % jeweils 0,1 Prozentpunkte ein. Durchschnittlich schauten die Österreicherinnen und Österreicher in der Altersgruppe 12+ jeden Tag 57 Minuten ORF, wobei über 50-Jährige das Programmangebot deutlich häufiger und länger nutzten als die jüngere Bevölkerungsgruppe.
Der Markanteil von 34,6 % für die Sendergruppe ist laut ORF der höchste Wert seit dem Jahr 2016, sieht man vom starken Corona-Jahr 2021 ab. 2023 war der Marktanteil noch bei 33,8 % gelegen.
Als einen wesentlichen Grund für die Entwicklung sieht das ORF-Management, dass der ORF sein öffentlich-rechtliches Profil weiter stärken und sich als "hochqualitativer Heimatsender" etablieren konnte. Mit zahlreichen programmlichen Maßnahmen und Innovationen in den Bereichen Information, Kultur, Sport, Fiction und Unterhaltung sei es gelungen, "unverwechselbare Inhalte massiv auszubauen", heißt es dazu im Bericht. Quotenhits waren 2025 unter anderem die alpine Ski-WM in Saalbach, die Formel-1-Rennen und der Song Contest in Basel mit dem österreichischen Musiker JJ als Sieger. Aber auch der Dauerbrenner "Liebesg'schichten und Heiratssachen", der zweite Stinatz-Krimi "Die Uhudler-Verschwörung", die neuen Folgen der Krimiserie "Soko Linz", das Neujahrskonzert und Informations-Sondersendungen – etwa zu 80 Jahre Zweite Republik und 30 Jahre EU-Mitgliedschaft – sowie weitere österreichische Inhalte konnten reüssieren.
Die Sendung "Bundesland heute" erreichte laut Bericht jeden Tag durchschnittlich 991.000 Zuseherinnen und Zuseher, was einem Marktanteil von 53 % entspricht.
Hoher Anteil an österreichischen und europäischen Programminhalten
Die besonderen Aufträge, die das ORF-Gesetz dem Sender vorgibt, hat der ORF laut Bericht allesamt erfüllt. Dazu gehört etwa die Verpflichtung, ein differenziertes Gesamtprogramm von Information, Kultur, Unterhaltung und Sport anzubieten und im Hauptabendprogramm in der Regel eine anspruchsvolle Sendung zur Wahl zu stellen. 74,4 % der Sendezeit von ORF 1 und ORF 2 entfielen auf Produktionen, die entweder einen inhaltlichen Österreich-Bezug hatten oder in Österreich produziert wurden, in der Primetime (18.00 Uhr bis 22.00 Uhr) lag der Anteil mit 88,5 % noch höher. Auch die EU-Vorgabe, den Hauptteil des TV-Programms bzw. der angebotenen Abrufdienste – abseits von Nachrichten, Sport, Spieleshows und ähnlichen Sendungen – europäischen Werken vorzubehalten, wurde mit Werten weit jenseits der 80 % mehr als erfüllt.
Aufgeschlüsselt nach Programmkategorien, entfielen 38 % des ORF-Programms (inklusive des digitalen Kindersenders ORF Kids) auf Unterhaltung, 26 % auf Sport, 20 % auf Information und 16 % auf Kultur. Bei ORF 1 und ORF 2 zusammen lag der Unterhaltungsanteil bei 44 %, dazu kommen 27 % Information, 9 % Wissenschaft, Bildung und Lebenshilfe, 8 % Sport, 7 % Kultur und Religion sowie 5 % Familie. 2.424 Stunden lang wurden in den beiden ORF-Hauptprogrammen Nachrichten gesendet (17.254 Sendungen), das sind sogar noch etwas mehr als im Wahljahr 2024 (2.394).
3sat erzielte in Österreich laut Bericht einen durchschnittlichen Marktanteil von 1,3 %, was ein leichtes Minus von 0,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Weiterer Ausbau von ORF Kids
Keine Nutzungszahlen weist der Bericht für das digitale Kinderangebot "ORF Kids" aus, das ausschließlich online verbreitet wird und als multimediales Angebot konzipiert ist. Es wurde mit 1. Jänner 2024 gestartet und soll bis Ende 2026 stufenweise ausgebaut werden. Auch 2025 habe es eine Vielzahl neuer Sendungen gegeben, wird im Bericht hervorgehoben. Laut ORF bietet das Programm ein verlässlich gewaltfreies, altersgerechtes, werbefreies und ständig verfügbares Programmumfeld, dem Kinder, Eltern und andere Bezugspersonen gleichermaßen vertrauen könnten. Auch die speziellen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung würden bei der Gestaltung des Programms berücksichtigt.
Marktanteil der ORF-Radioprogramme blieb stabil
Mit 60 % stabil blieb der Marktanteil der ORF-Radioprogramme, wobei Ö3 nach Verlusten in den vergangenen Jahren mit 27 % wieder Zugewinne verzeichnen konnte (2024: 25 %). In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen konnte Ö3 einen Marktanteil von 29 % erreichen. Die neun Regionalradios büßten mit einem gemeinsamen Marktanteil von nunmehr 25 % hingegen einen weiteren Prozentpunkt ein, das gleiche gilt für Ö1 (2025: 6 %, 2024: 7 %). FM4 konnte seinen Marktanteil von 2 % halten. Ausdrücklich wird im Bericht auch darauf verwiesen, dass FM4 nach wie vor eine zentrale Rolle "als größter medialer Unterstützer der österreichischen Musik- und Veranstaltungsszene" einnehme.
Monatlich rund 5,4 Millionen Besucherinnen und Besucher auf ORF.at
Als eine wichtige Neuerung im Internet-Angebot des ORF (ORF.at) nennt der Bericht die Integration des Live-Streams von 16 österreichischen Privatradios in das Angebot von ORF Sound mit 1. Juli 2025. Die erstmalige Öffnung eines ORF-Angebots auch für private Medienanbieter sei ein wesentlicher Schritt für die Zusammenarbeit am österreichischen Medienmarkt, heißt es dazu im Bericht. Zudem wurde auf ORF Sound ein neuer, erweiterter Player ausgerollt, der viele zusätzliche Informationen wie Sendungsinhalte oder Transkripte zum laufenden Audio bietet. Mit Ende 2025 eingestellt wurde hingegen der redaktionelle Betrieb des Onlineangebots ORF Topos, was mit Kostengründen und strategischen Erwägungen begründet wird.
Im Rahmen der Überblicksberichterstattung auf news.ORF.at wurden 2025 16.586 redaktionelle Textbeiträge veröffentlicht, das sind annähernd gleich viele wie 2024. Fast die Hälfte davon entfiel auf die Kategorie Politik Ausland (49,7 %). Der Politik Inland sind 11,7 % der Beiträge zuzurechnen. Im Debattenforum (debatte.ORF.at) konnte der ORF 505.719 Postings (2024: 636.480) verzeichnen.
Die Monatsreichweite des ORF.at-Netzwerks wird im Bericht mit 67,5 % der österreichischen Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren angegeben. Rund 5,4 Mio. Nutzerinnen und Nutzer haben demnach im Laufe eines Monats zumindest einmal eine der ORF.at-Websites oder -Apps aufgerufen. Zieht man nur die "Online-Bevölkerung" heran, entspricht das einer Monatsreichweite von 74,2 %. Die Zahl der täglichen Besucherinnen und Besucher lag bei 1,39 Millionen. Damit kam es in allen Bereichen zu einer leichten Steigerung gegenüber 2024.
Rekordwerte bei Videoabrufen und Livestreams
Besonders deutlich zugelegt hat die Nutzung der ORF-Videoangebote, die neben Video-on-Demand auch Livestreams umfasst. Mit 96,3 Millionen Bruttoviews (Videostarts), 15,5 Millionen Nettoviews (zusammenhängende Nutzungsvorgänge) und 465 Millionen Nutzungsminuten pro Monat wurden laut Bericht neue Rekordwerte erzielt. Bei den Nutzungsminuten bedeutet das sogar eine Steigerung gegenüber 2024 von 20 %.
Der ORF-Teletext wird dem Bericht zufolge täglich von 9 % der Zuseherinnen und Zuseher ab 14 Jahren genutzt, digitale Ausspielwege miteingerechnet. Das sind rund 670.000 tägliche Leserinnen und Leser.
319,3 Mio. € Einnahmen aus kommerzieller Tätigkeit
Der Ergebnisbeitrag aus dem kommerziellen Geschäftsbereich wird im Bericht mit 319,3 Mio. € (2024: 315,7 Mio. €) angegeben, wobei aus klassischer Fernseh- und Radiowerbung 150,6 Mio. €, aus Sonderwerbeformen 30,5 Mio. € und aus Onlinewerbung 22,9 Mio. € – jeweils nach Abzug von Provisions- und Vermarktungsaufwand – lukriert werden konnten. Koproduktionen und Lizenzen spülten insgesamt 15,3 Mio. € in die Kasse, aus der Programmverwertung wurden 13,1 Mio. € erlöst. Auch das Smartcard-Management, Ausschüttungen aus der Beteiligung an den Österreichischen Lotterien, Finanzerträge, die Auflösung von Rückstellungen und weitere Einzelposten trugen zum Ergebnis bei.
13,9 % der dem ORF zur Verfügung stehenden Budgetmittel entfielen laut Bericht auf die neun Landesdirektionen. Bezogen auf die Programmkosten (TV, Radio, Online) lag der Anteil der Landesdirektion bei rund 22 %.
Live-Untertitelung mit Hilfe von KI
Was die barrierefreien Angebote des ORF betrifft, wurde im Jahr 2025 mit Hilfe von KI-Programmen "ein neues Kapitel aufgeschlagen", wie im Bericht festgehalten wird. Demnach werden seit September 2025 die neun "Bundesländer heute"-Sendungen und viele Sportübertragungen auf ORF Sport+ live untertitelt. Dadurch konnte man die Untertitelungsquote in ORF Sport+ von 2,2 % auf 26 % steigern. Auch insgesamt stiegen die Untertitelungen und erreichten eine durchschnittliche Quote von 91,3 % in ORF 1 und ORF 2 (2024: 88,4 %) sowie 77,3 % in ORF III (2024: 68 %). Gleichzeitig wurden mit 1.089 Programmstunden zum ersten Mal mehr als 1.000 Stunden in Österreichische Gebärdensprache übersetzt. Für blinde und stark sehbehinderte Menschen stellte der ORF 3.860 Stunden in Form einer Audiodeskription zur Verfügung, das sind 8,8 % des gesamten ORF-Programms inklusive ORF Kids. Als Zielwert für 2028 werden im Bericht 9,8 % (4.286 Sendestunden) genannt.
Weitere Kapitel des Jahresberichts informieren unter anderem über Programmschwerpunkte im vergangenen Jahr, das ORF-Angebot für Volksgruppen, Aktionen wie Licht ins Dunkel und Nachbar in Not (Humanitarian Broadcasting), Maßnahmen zum Jugendschutz und zur Qualitätssicherung sowie den technischen Versorgungsgrad. Zudem wird im Vorwort auf die Medienkompetenz-Initiative, die der ORF im Schulbereich gestartet hat, hingewiesen. Auch die "Dialogoffensive" mit dem Publikum wurde – etwa durch Formate wie "ORF fragt" oder die Ö3-Jugendstudie – fortgesetzt.
Transparenzbericht: 117 Personen mit Jahresgehalt von mehr als 150.000 €
Dem ORF-Bericht beigefügt ist auch heuer wieder der gesetzlich vorgeschriebene Transparenzbericht, der unter anderem über die Gehälter im ORF sowie Ausgaben für Beraterverträge und Eigenwerbung informiert. Demnach haben 117 Personen – 88 Männer und 29 Frauen – im vergangenen Jahr ein Bruttojahresgehalt von mehr als 150.000 € bezogen. 2024 waren es 116 gewesen. Nach dem Ausscheiden von Ö3-Moderator Robert Kratky führen nun Hauptabteilungsleiter und Projektleiter Pius Strobl (468.856 €) sowie Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann (427.500 €) die Liste an. Danach folgen der Hauptabteilungsleiter und Prokurist Johannes Aigelsreiter (339.825 €) und ORF-III-Programmchef Peter Schöber (311.964 €). Daneben werden im Bericht weitere 58 Personen mit einem Jahresbruttogehalt von mehr als 170.000 € namentlich genannt, 2024 waren es insgesamt 71 gewesen. 528 ORF-Mitarbeiterinnen und ORF-Mitarbeiter verdienten weniger als 50.000 € pro Jahr, 939 Personen zwischen 50.000 € und 75.000 €. In die Einkommenskategorie 75.000 € bis 100.000 € fielen 1.013 Personen, in die Kategorie 100.000 € bis 150.000 € 751 Personen.
Dazu kommen bei einigen ORF-Mitarbeiterinnen und ORF-Mitarbeitern Nebeneinkünfte, die in neun Fällen bei durchschnittlich mehr als 8.000 € und in weiteren 13 Fällen bei mehr als 4.000 € im Monat lagen. Von den namentlich genannten Personen stechen hier wie schon im Vorjahr insbesondere die Moderatoren Andreas Knoll (10.350 €) und Armin Wolf (8.820 €) sowie Korrespondent Christian Wehrschütz (3.256 €) hervor. Grundsätzlich ist bei den höchsten Nebenverdienstkategorien aber ein deutlicher Rückgang gegenüber 2024 zu verzeichnen: Damals waren noch 57 ORF-Mitarbeiterinnen und ORF-Mitarbeiter mit einem monatlichen Nebenverdienst von mehr als 4.000 € angeführt. Auch insgesamt gingen die Nebenbeschäftigungen zurück, was die ORF-Spitze nicht zuletzt auf strengere Compliance-Vorschriften zurückführt.
556,26 Mio. € für Eigen-, Auftrags- und Koproduktionen
Bei den Werbeeinnahmen lag laut Transparenzbericht erneut ORF 2 an der Spitze, wobei die Einnahmen von 75,91 Mio. € im Jahr 2024 auf 72,42 Mio. € im Jahr 2025 zurückgingen. Auch Hitradio Ö3 (2025: 44,83 Mio. €, 2024: 49,91 Mio. €) und ORF 1 (2025: 44,47 Mio. €, 2024: 46,83 Mio. €) hatten Einbußen zu verzeichnen. Selbst hat der ORF – ähnlich wie 2024 – um rund 9 Mio. € geworben, wobei es sich dabei dem Bericht zufolge vor allem um Tauschgeschäfte mit diversen Medienhäusern handelte.
Um rund 3,35 % gesunken sind die Ausgaben für Eigen- und Auftragsproduktionen, für die der ORF 2025 503,46 Mio. € aufgewendet hat (2024: 520,91 Mio. €). Davon betrafen 362,43 Mio. € das Fernsehen, 114,02 Mio. € den Hörfunk und 27 Mio. € den Online-Bereich. Dazu kommen 52,8 Mio. € für Koproduktionen (2024: 51,3 Mio. €). Zieht man die erzielten Lizenzerträge in der Höhe von 8,22 Mio. € ab, bleiben Programmkosten von insgesamt 548,04 Mio. € (2024: 561,1 Mio. €).
Die Summe der Beraterverträge wird im Transparenzbericht mit 3,95 Mio. € angegeben, wobei die Liste von Rechts- und Steuerberatung über Wirtschaftsprüfung bis hin zu IT, Public Relations, Umweltzertifizierungen und Baugutachten reicht. 2024 waren für diesen Bereich noch 4,4 Mio. € ausgegeben worden. Dazu kommen Beraterverträge der ORF-Töchter im Ausmaß von 3,37 Mio. €. Für Werkverträge des ORF und der ORF-Töchter – z.B. für elektronische Reichweitenmessungen, Studien zum Nutzungsverhalten, Politikanalysen und Auslandskorrespondenz – werden 4,67 Mio. € ausgewiesen, wobei nur Werkverträge über 50.000 € umfasst sind. Mit 20,02 Mio. € schlagen Beschaffungsrahmenverträge – ebenfalls inkl. ORF-Töchter – zu Buche. Dabei geht es etwa um die Beistellung von Spezialtechnik, Kamerateams, mobile Produktionsinfrastruktur und technische Leistungen in Korrespondentenbüros.
Intensiver Sparkurs
Im Vorwort zum Transparenzbericht bekräftigt die ORF-Führung, dass der ORF sorgsam mit den Beiträgen der Bevölkerung umgehe. Seit vielen Jahren werde ein intensiver Sparkurs verfolgt, der "mit harten Einschnitten" für die Belegschaft einhergehe, heißt es dort. So seien etwa seit 2007 knapp 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) abgebaut worden. Auch im Berichtsjahr habe man den Personalstand weiter gesenkt sowie die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den höchsten Gehaltsklassen deutlich verringert. Konkret wird in diesem Zusammenhang etwa auf eine "äußerst restriktive Nachbesetzungspolitik", ein "Handshake-Programm" für ältere Beschäftigte und eine Reduktion der Zahl der Führungskräfte verwiesen. Zudem hebt die ORF-Spitze den Rückgang von Nebenbeschäftigungen und externen Beratungsleistungen, produktionsseitige Effizienzsteigerungen, die Überarbeitung aller Programmschemata und Workflows sowie die Redimensionierung von Investitionsprojekten hervor. Auch seien die Gehälter erneut unter der Inflationsrate angehoben worden.
Kritisch äußert sich das ORF-Management zu "öffentliche Diffamierungen" einzelner Personen infolge der Veröffentlichung von Gehaltsdaten in der Vergangenheit. Eine verantwortungsbewusste Handhabe der im Transparenzbericht publizierten Daten und ein respektvoller Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ORF, unabhängig von ihrer beruflichen Tätigkeit und des damit verbundenen Gehalts, sollten eine Selbstverständlichkeit sein, wird festgehalten. (Schluss) gs