Parlamentskorrespondenz Nr. 559 vom 15.06.2026

Neu im Bildungsausschuss

Wien (PK) – Drei neu eingebrachte Entschließungsanträge der FPÖ wurden dem Bildungsausschuss zugewiesen. Die Freiheitlichen setzen sich mit diesen Initiativen für eine Evaluierung der Tablet- und Digitalisierungsprogramme an Schulen ein. Zudem fordern sie eine Modernisierung des Dienstrechts für Lehrerinnen und Lehrer sowie eine Neuausrichtung der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung.

FPÖ fordert Evaluierung der "Tabletklassen"

Mit einem Entschließungsantrag geht die FPÖ auf den "raschen Digitalisierungsschub" im Unterricht ein und stellt die Frage, ob dieser, insbesondere in den Volksschulen und in der Unterstufe, tatsächlich im Interesse der Kinder und ihrer "grundlegenden Bildung" sei. Denn zahlreiche Studien und Bildungsberichte würden zeigen, dass die grundlegenden Kompetenzen vieler Schülerinnen und Schüler im Lesen, Schreiben und Rechnen unter Druck gerieten. Der Bildungsminister solle daher eine "umfassende Evaluierung" der bestehenden Tablet- und Digitalisierungsprogramme an österreichischen Schulen in Auftrag geben, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf die Grundkompetenzen der Schülerinnen und Schüler in Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Ergebnisse sollten dem Nationalrat vorgelegt werden und daraus Maßnahmen abgeleitet werden, um eine "ausgewogene Balance zwischen digitalem Unterricht und der Förderung grundlegender Bildungsfertigkeiten" zu gewährleisten (944/A(E)).

FPÖ: Modernisierung des Dienstrechts für Lehrerinnen und Lehrer

Das Dienstrecht für Lehrerinnen und Lehrer sei zu starr, biete zu wenig Leistungsanreize und erschwere sowohl engagierte pädagogische Arbeit als auch den Einstieg qualifizierter Fachkräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft, heißt es in einem weiteren Entschließungsantrag der FPÖ. Die Lage würde zusätzlich durch den Mangel an Lehrkräften und "mangelnde Durchlässigkeit" innerhalb des Systems verschärft. Denn der Wechsel zwischen verschiedenen Schultypen oder Bildungsbereichen sei laut Antrag für Lehrkräfte mit erheblichen bürokratischen Hürden verbunden. Die Freiheitlichen fordern daher eine "leistungs- und ergebnisorientierte Gestaltung der Besoldungssystematik" in allen Schultypen sowie klare Regelungen für "Anstellung, Bewertung und Kündigung" von Lehrerinnen und Lehrern. Weitere Forderungen betreffen flexible Arbeitszeitmodelle, den Abbau von Hürden bei der Einbindung von Lehrbeauftragten aus Wirtschaft und Wissenschaft in allen Schultypen sowie eine verpflichtende, qualitätsgesicherte Fortbildung der Pädagoginnen und Pädagogen am Schulstandort in den unterrichtsfreien Zeiten. Darüber hinaus sollten laut Antrag die Übertrittsmöglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer zwischen den einzelnen Schultypen optimiert werden, um die Flexibilität innerhalb des Schulwesens zu erhöhen und den Personalbedarf zielgerichtet zu decken (946/A(E)).

FPÖ für Lehrinnen- und Lehrausbildung ohne "ideologischem Ballast"

Zudem fordert die FPÖ eine "grundlegende Reform" der Pädagoginnen- und Pädagogenausbildung, denn diese sei "zunehmend mit ideologischem Ballast überfrachtet". Demnach sollten laut einem von den Freiheitlichen eingebrachten Entschließungsantrag die Curricula "entschlackt und konsequent vom ideologischen Ballast befreit" werden, insbesondere von "Genderthemen und Wokeness-Inhalten". Es solle außerdem keine "übermäßige Betonung" von Deutsch als Zweitsprache geben. Gemäß der Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung solle auf Gendersonderzeichen in allen Studien- und Prüfungsunterlagen verzichtet werden. Die im Jahr 2024 beschlossenen Änderungen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung sollten laut FPÖ gestoppt werden. Stattdessen solle die Ausbildung für die Primarstufe auf drei Jahre verkürzt werden und an pädagogischen Fachhochschulen erfolgen. Die Ausbildung für die Sekundarstufe solle an Universitäten unter der Verantwortung der fachlich zuständigen Fakultäten erfolgen. Eine weitere Forderung der FPÖ betrifft die Wiedereinführung der sonderpädagogischen Ausbildung als eigenständige Qualifikation mit "klar definierten Ausbildungserfordernissen und Inhalten" (947/A(E)). (Schluss) bea

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