Parlamentskorrespondenz Nr. 580 vom 17.06.2026

Weiterentwicklung und Stärkung der Gütesiegel im Fokus der AMA-Marketing

Wien (PK) – Laut dem Tätigkeitsbericht der AMA-Marketing GesmbH (III-354 d.B.), eine 100-prozentige Tochter der AMA (Agrarmarkt Austria), stand im Jahr 2025 die Weiterentwicklung und Stärkung des AMA-Gütesiegels und des AMA-Biosiegels im Mittelpunkt der Arbeit. Ziel sei gewesen, die Qualitäts- und Herkunftssicherung entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter auszubauen und das AMA-Gütesiegel in neuen Produktgruppen zu etablieren.

Den Großteil ihrer Einnahmen bezieht die AMA-Marketing aus Agrarmarketingbeiträgen. 2025 betrugen die Einnahmen daraus 27,16 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr (2024: 27,20 Mio. €) gingen diese damit weiter leicht zurück. Die restlichen Einnahmen beliefen sich auf rund 4,47 Mio. € (2024: 4,38 Mio. Euro) etwa aus Lizenzgebühren und Kostenersätzen.

Kontrolldichte blieb mit über 35.000 Überprüfungen hoch

Insgesamt wurden im Jahr 2025 35.063 Kontrollen zur Qualitätssicherung durchgeführt, was einen leichten Rückgang gegenüber 2024 ergibt (36.013 Kontrollen). Davon entfielen 28.460 Kontrollen - einschließlich Vor-Ort-Prüfungen sowie Rückstands- und Produktanalysen - auf das AMA-Gütesiegel und 6.603 Kontrollen auf andere Richtlinien und Markenprogramme. Auf Landwirtschaftsebene fanden zudem 1.030 unangekündigte Spotaudits statt, wobei der Schwerpunkt auf die ordnungsgemäße Tierhaltung und den korrekten Umgang mit erkrankten Tieren gelegt wurde, heißt es im Bericht. Bei Abweichungen oder Mängeln werde eine entsprechende Sanktionierung verhängt, so die AMA-Marketing. Zusätzlich kam es zu 121 Überkontrollen (Kontrolle der Kontrollstellen).

Die hohe Anzahl an Kontrollen sei unter anderem auf die Einführung des AMA-Gütesiegels "Tierhaltung plus" im Milchbereich zurückzuführen. Eine hohe Prüfungsintensität und die Regelkonformität der Betriebe würden das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit in die AMA-Qualitätsprogramme stärken.

Die Auszeichnung mit dem staatlich anerkannten AMA-Gütesiegel und AMA-Biosiegel ist für Milch- und Milchprodukte, Rind-, Kalb-, Schweine-, Geflügel-, Lamm- und Ziegenkitzfleisch sowie Fleischerzeugnisse, Eier, Obst, Gemüse, Speiseerdäpfel, Getreideprodukte, Fisch und Fischerzeugnisse, für sonstige Be- und Verarbeitungsprodukte sowie für Blumen und Zierpflanzen möglich. Seit 2020 gibt es zudem das dritte staatlich anerkannte Gütesiegel "AMA GENUSS REGION". Dieses soll die nachvollziehbare Herkunft und Qualität bei den Vertriebsschienen in der bäuerlichen Direktvermarktung, bei Manufakturen und in der Gastronomie garantieren. Spezielle Kennzeichnungs- und Registrierungssysteme der AMA-Marketing dienen der Nachvollziehbarkeit und Gewährleistung der Richtigkeit spezifischer Angaben bei Fleisch, wie die Herkunfts- und Registrierungssysteme "bos" und "sus". Die AMA-Futtermittel-Richtlinie "pastus+" regelt die Herstellung von Einzel- und Mischfuttermitteln.

Weiterentwicklungen im Qualitätsmanagement

Wesentlichste Weiterentwicklungen im Qualitätsmanagement betreffen laut dem Bericht den digitalen Abschluss von Erzeugerverträgen. Zudem sei eine automatisierte Kontrollkostenverrechnung eingeführt worden, die eine effizientere und fehlerresistente Abwicklung ermögliche.

Ein "wesentlicher Meilenstein Richtung Tierwohl in der Breite" sei durch die Implementierung des Moduls "Tierhaltung Plus" in der Richtlinie "Haltung von Kühen" erzielt worden. So hätten im Jahr 2025 bereits rund 14.000 Betriebe – rund 82 % der konventionellen Milchviehbetriebe -  am AMA-Gütesiegel Modul "Tierhaltung Plus" bzw. am Modul "Tierhaltung plus Außenklima" teilgenommen, so die AMA-Marketing.

Im pflanzlichen Bereich sei der Fokus auf der Implementierung und praktischen Umsetzung der neu eingeführten Richtlinien für Agrarhandel sowie für Mühlen und Backerzeugnisse gelegen. Bei verarbeiteten Produkten sei zudem eine neue Produktkategorie für pflanzliche Drinks eingeführt worden, womit 2025 erstmals ein Haferdrink mit dem AMA-Gütesiegel ausgelobt werden konnte, heißt es im Tätigkeitsbericht.

Kommunikation und Kampagnen

Parallel zur Qualitäts- und Herkunftssicherung habe die AMA-Marketing ihre Kommunikationsarbeit unter das Dachthema "Das hat einen Wert" gestellt, informiert der Bericht weiter. Botschaften zu geprüfter Qualität, nachvollziehbarer Herkunft und unabhängiger Kontrolle seien über TV-, Radio- und Online-Kanäle, "Out of Home" sowie am "Point of Sale" vermittelt worden. Zudem habe man unterschiedlichste Social-Media-Kanäle bespielt um vor allem jüngere Zielgruppen anzusprechen. Mit diesem "Kommunikationsmix" sei das Vertrauen in das AMA-Gütesiegel weiter gefestigt und seine Bekanntheit auf hohem Niveau gehalten worden, berichtet die AMA-Marketing. 9 von 10 Österreicherinnen und Österreicher würden das AMA-Gütesiegel kennen, knapp 80 % würden darauf vertrauen.

Zudem sei mit Dezember 2025 die größte Kampagne zum neu positionierten AMA-Biosiegel seit Bestehen der AMA-Marketing gestartet worden. Diese stelle die Stärken des AMA-Biosiegels im Bereich Regionalität, Natürlichkeit und Vertrauenswürdigkeit ins Zentrum. (Schluss) med