Parlamentskorrespondenz Nr. 610 vom 24.06.2026

Rund 16.000 Schwerfahrzeuge im Jahr 2025 aufgrund schwerer Mängel von Österreichs Straßen genommen

Wien (PK) – Technische Unterwegskontrollen von Fahrzeugen des Schwerverkehrs sind ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit auf Österreichs Straßen. Der Bericht des Verkehrsministeriums (BMIMI) über die Kontrolltätigkeit im Jahr 2025 liegt nun dem Nationalrat vor (III-347 d.B.). Der Bericht zeige, dass Österreich im Hinblick auf die Kontrolldichte im Schwerverkehr auch im Jahr 2025 wieder einen Platz im EU-Spitzenfeld eingenommen habe, teilt das Ministerium mit. Neben technischen Mängeln überprüfe Österreich auch intensiv die Einhaltung von Emissionsvorschriften sowie von Lenk- und Ruhezeiten.

Mehr Überprüfungen von Schwerfahrzeugen

Die Anzahl der anfänglichen technischen Unterwegskontrollen auf Österreichs Straßen stieg zuletzt wieder leicht an, von 105.128 im Jahr 2024 auf 109.259 im Jahr 2025. Dabei wurden Fahrzeuge mit Verdacht auf technische Mängel aus dem Fließverkehr ausgeleitet und an Ort und Stelle überprüft. Im Rahmen von Schwerpunktkontrollen wurden nach einer anfänglichen Kontrolle 22.975 Fahrzeuge einer gründlicheren technischen Unterwegskontrolle unterzogen (2024: 24.485). Damit habe Österreich die Vorgaben der EU-Richtlinie über die von den Mitgliedsstaaten jährlich zu kontrollierenden Fahrzeuge auch 2025 wieder übererfüllt, hält der Bericht fest.

Ein besonders wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit ist laut dem BMIMI die Möglichkeit der Sicherheitsbehörden, bei der Feststellung von schwerwiegenden Mängeln Fahrzeuge an der Weiterfahrt zu hindern. Bei über 69 % der Fahrzeuge, die im Jahr 2025 in Österreich einer gründlicheren technischen Unterwegskontrolle zugeführt wurden, wurden laut dem BMIMI tatsächlich erhebliche oder gefährliche Mängel festgestellt. Das waren 16.384 Fahrzeuge im Jahr 2024 bzw. 15.934 im Berichtsjahr 2025. Die Zahl der Fahrzeuge, deren Mängel so schwerwiegend waren, dass "Gefahr in Verzug" konstatiert wurde, erhöhte sich von 6.490 im Jahr 2024 auf 6.657 im Berichtsjahr 2025.

Die ASFINAG übermittelt als nationale Kontaktstelle inländische Prüfergebnisse über die Feststellung schwerer Mängel den Heimatbehörden der betroffenen Länder. 2025 wurden 5.307 diesbezügliche Informationen an die Kontaktstellen der betreffenden Mitgliedstaaten übermittelt. Im Gegenzug erhielt die österreichische Kontaktstelle 77 Berichte über mangelhafte österreichische Fahrzeuge von anderen europäischen Behörden.

Kontrollen decken zahlreiche Verstöße bei Lenk- und Ruhezeiten auf

Neben den fahrzeugtechnischen Aspekten wurden 2025 im Zuge der Straßenkontrollen auch die Lenk- und Ruhezeiten von 61.969 Fahrerinnen und Fahrern von Fahrzeugen in der Personenbeförderung und der Güterbeförderung kontrolliert. Das entsprach insgesamt 1.936.545 kontrollierten Arbeitstagen. In den Kontrollzahlen sind österreichische Staatsangehörige sowie Angehörige von anderen Mitgliedstaaten und von Drittstaaten umfasst. Auch hier habe Österreich die EU-Vorgaben für Kontrollen deutlich überschritten, hält das BMIMI fest. Bei der Prüfung von Fahrerkarten wurden laut dem Bericht 221.940 Verstöße gegen die Sozialvorschriften festgestellt. Aufgedeckt wurden Probleme wie die Nichteinhaltung von Lenk- und Ruhezeiten sowie Fahrtunterbrechungen, aber auch Manipulationen bzw. der Missbrauch von Kontrollgeräten.

Kontrolle von Emissionskontrollsystemen

Zur Überprüfung des Schwerverkehrs gehören auch die AdBlue-Kontrollen, um Manipulationen von Emissionskontrollsystemen erkennen zu können. Die europäische Zusammenarbeit und der Austausch über neue Entwicklungen sei von großer Bedeutung, stellt das BMIMI fest. AdBlue-Manipulationen würden immer raffinierter durchgeführt und seien ohne fundierte Kenntnisse der Fahrzeugelektronik kaum mehr zu erkennen.

Für die Messung bzw. Analyse der Abgasfahnen von Schwerfahrzeugen im Fließverkehr ("plume chasing") hat die ASFINAG im Jahr 2024 ein sogenanntes mobiles Emissionsmessfahrzeug ("Schnüffelfahrzeug") angeschafft. Laut dem Bericht hat die ASFINAG mit dem mobilen Emissionsmessfahrzeug 2025 in Zusammenarbeit mit dem BMIMI, den Ländern und der TU Graz die Abgasfahnen von rund 7.000 Schwerfahrzeugen analysiert und setzt diese Kontrollen auch heuer fort. (Schluss) sox