Ganz grundsätzlich kommt die Studie zu dem Schluss, dass junge Menschen im Vergleich zu älteren Menschen eine etwas positivere Sicht auf das politische System haben. Dennoch zeugen die Zahlen von einer klaren Tendenz: Jener Anteil junger Menschen, die davon überzeugt sind, dass das politische System gut funktioniert, stagniert seit 2019 bei knapp unter 50%. Zu Beginn der Erhebungen im Rahmen des Demokratie Monitors 2018 war dieser Wert mit 69% noch wesentlich höher.
Junge Menschen verteilen ihr Vertrauen in das politische System und seine Institutionen sehr ungleich. Während sie der Polizei und den Gerichten sehr häufig vertrauen – jeweils 68% vertrauen ihnen sehr oder ziemlich – ist das Vertrauen in jene Institutionen, die Gesetze ausarbeiten und beschließen auffällig viel geringer: 41% der 16- bis 26-Jährigen vertrauen dem Parlament, gar nur 37% der Bundesregierung sehr oder ziemlich.
Das Vertrauen in Parlament und Regierung hat sich vor allem in den vergangenen Jahren in Richtung dieses relativ niedrigen Niveaus entwickelt. Wie die Autorinnen der Studie betonen, geht mit diesem Vertrauensverlust "eine abnehmende Repräsentationswahrnehmung [einher]". Dieser Schluss wird auf Grundlage der folgenden Zahlen gezogen: Nur mehr 32% der jungen Menschen fühlen sich im Parlament gut vertreten (2018 waren es noch fast doppelt so viele) und nur noch die Hälfte der jungen Menschen glauben, mit politischer Beteiligung tatsächlich etwas bewirken zu können.
Dieser Befund ist besonders interessant vor dem Hintergrund, dass politische Themen im Alltag junger Menschen mittlerweile viel stärker präsent sind als noch vor dem Jahr 2020. Wie diese Befunde mit dem Erleben von politischer Repräsentation sowie mit den Lebensrealitäten junger Menschen zusammenhängen, lässt sich im ausführlichen Bericht zu der Studie nachlesen. Diesen finden Sie hier:
Jugend-Studie 2025: "Junge Menschen und Demokratie" / PDF, 389 KB