Fachinfos - Publikationen 01.06.2014

Eröffnungsbilanz des Bundes – Wieviel neue Transparenz entsteht?

Überblick

Das fragmentierte Rechnungs­wesen mit einem nach kameralistischen Grund­sätzen erstellten Budget mit Einnahmen und Ausgaben und einer Jahres­bestands- und Jahres­erfolgs­rechnung (BEV), die im Rahmen des Bundes­rechnungs­abschlusses vorgelegt wurde, wurde 2013 durch ein integrales Rechnungs­wesen abgelöst. Die Intention dieser Reform war unter anderem die Defizite des "kameralistischen Steuerungs­monopols zu überwinden" und so die unzeit­gemäßen, simplifizierten Bilanzierungs- und Bewertungs­regeln der BEV mit neuen Methoden zu ersetzen und bisher mit Null bewertete Positionen, wie beispielsweise Rück­stellungen, mit Inhalten zu füllen. Eines hat man mit der Eröffnungs­bilanz jedenfalls schon beseitigt: Hat die Jahres­bestands­rechnung bisher im hinteren Teil des Bundes­rechnungs­abschlusses wenige Seiten eingenommen, wurde im Rahmen der Eröffnungs­bilanz umfangreiches Material vorgelegt (Geschäfts­bericht, Eröffnungs­bilanz­dokument mit zahlreichen Anhängen, Eröffnungs­bilanz für jede Budget­untergliederung).

In diesem Artikel versuchen wir die Ergebnisse der vorgelegten Eröffnungs­bilanz in Hinblick auf ihre Aussage­kraft zu analysieren, erklären und reflektieren dabei die Bewertungs­methoden, kontrastieren diese mit internationalen Erfahrungen und diskutieren Weiter­entwicklungs­potentiale des österreichischen Rechnungs­wesens im Lichte der vorgelegten Eröffnungs­bilanz.

Petra Gschiel und Johann Seiwald (2014): Eröffnungs­bilanz des Bundes — Wieviel neue Transparenz entsteht?, ÖHW — Das öffentliche Haushalts­wesen in Österreich, Heft 1‑3, S. 27‑45.