Überblick
Ein wesentlicher Nutzen von langfristigen Budgetprognosen besteht darin, die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die öffentlichen Finanzen sichtbar zu machen. Die Langfristige Budgetprognose des BMF aus dem Jahr 2016 zeigt, dass die demografieabhängigen Ausgaben bis 2060 um etwa 3 %-Punkte des BIP anstiegen werden und dadurch die öffentlichen Finanzen entsprechend unter Druck setzen. Dieser Beitrag enthält zunächst einige einleitende Ausführungen zu Prognosen in der Ökonomie, wobei hier der Schwerpunkt auf die Bedeutung von Prognosen für unterschiedliche Akteure (z. B. Politik, Unternehmen) und auf die wesentlichen Ursachen für Prognoseunsicherheiten gelegt wird. In weiterer Folge werden einige allgemeine Aspekte zu langfristigen Budgetprognosen angesprochen und nationale und internationale Beispiele für derartige Prognosen vorgestellt. Anschließend wird die Funktionsweise von langfristigen Budgetprognosen skizziert, der Fokus wird dabei auf die Zusammenhänge und Wechselwirkungen der einzelnen Bausteine einer langfristigen Budgetprognose (Wirtschaftsentwicklung, Demografie, Öffentliche Finanzen) gelegt. Ausführlich besprochen werden auch die Hauptergebnisse der letzten langfristigen Budgetprognose des BMF. Abschließend werden einige Überlegungen angestellt, inwieweit sich die Ergebnisse solcher Prognosen für politische Handlungsempfehlungen eignen.
Paul Eckerstorfer und Friedrich Sindermann (2017): Langfristige Budgetprognosen: Methoden, Nutzen, Aussagekraft, ÖHW — Das öffentliche Haushaltswesen in Österreich, Heft 1, S. 20‑39.