Fachinfos - Publikationen 01.06.2017

Langfristige Budgetprognosen: Methoden, Nutzen , Aussagekraft

Überblick

Ein wesentlicher Nutzen von langfristigen Budget­prognosen besteht darin, die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die öffentlichen Finanzen sichtbar zu machen. Die Langfristige Budget­prognose des BMF aus dem Jahr 2016 zeigt, dass die demografie­abhängigen Ausgaben bis 2060 um etwa 3 %-Punkte des BIP anstiegen werden und dadurch die öffentlichen Finanzen entsprechend unter Druck setzen. Dieser Beitrag enthält zunächst einige einleitende Ausführungen zu Prognosen in der Ökonomie, wobei hier der Schwer­punkt auf die Bedeutung von Prognosen für unterschiedliche Akteure (z. B. Politik, Unternehmen) und auf die wesentlichen Ursachen für Prognose­unsicherheiten gelegt wird. In weiterer Folge werden einige allgemeine Aspekte zu lang­fristigen Budget­prognosen angesprochen und nationale und internationale Beispiele für derartige Prognosen vorgestellt. Anschließend wird die Funktions­weise von langfristigen Budget­prognosen skizziert, der Fokus wird dabei auf die Zusammen­hänge und Wechsel­wirkungen der einzelnen Bausteine einer langfristigen Budget­prognose (Wirtschafts­entwicklung, Demografie, Öffentliche Finanzen) gelegt. Ausführlich besprochen werden auch die Haupt­ergebnisse der letzten lang­fristigen Budget­prognose des BMF. Abschließend werden einige Überlegungen angestellt, inwieweit sich die Ergebnisse solcher Prognosen für politische Handlungs­empfehlungen eignen.

Paul Eckerstorfer und Friedrich Sindermann (2017): Langfristige Budgetprognosen: Methoden, Nutzen, Aussagekraft, ÖHW — Das öffentliche Haushaltswesen in Österreich, Heft 1, S. 20‑39.