Fachinfos - Publikationen 30.07.2013

Relative Konsumexternalitäten und deren optimale Besteuerung

Überblick

Es werden die Auswirkungen durch relative Konsum­vergleiche ausgelöster negativer Konsum­externalitäten (asymmetrisch und nicht-atmosphärisch) auf die Struktur der effizienten Konsum­besteuerung analysiert. Die Haushalte sind nicht nur um das Referenz­niveau des Konsums besorgt — das heißt sie ziehen Nutzen aus dem "Mithalten mit den anderen" — sondern zeigen auch Altruismus. Es werden zwei Gruppen effizienter Steuer­systeme verglichen, die auf einem wohlfahrts­basierten bzw. einem nicht-wohlfahrtsbasierten Optimalitäts­kriterium basieren. Es stellt sich heraus, dass Altruismus nicht im Widerspruch zu den externen Effekten des Konsums steht. Eine nicht-wohlfahrts­orientierte Regierung toleriert weniger Ungleichheit als eine wohlfahrts­orientierte Regierung. Im ersterem Fall reagieren die personalisierten optimalen Güter­steuer­sätze sehr empfindlich (kaum) darauf, ob eine Konsum­externalität asymmetrisch oder nicht-atmosphärisch ist oder nicht. Wenn keine personalisierten Güter­steuer­sätze verfügbar sind (zweitbester Fall), weicht der Steuer­satz auf ein nicht-positions­gebundenes Gut typischerweise aus korrigierenden Gründen von Null ab. Für plausible funktionale Formen und Parameter­werte deuten numerische Simulationen darauf hin, dass die zweitbesten Steuer­sätze sowohl in Bezug auf das Optimalitäts­kriterium als auch auf die "Natur" der Konsum­externalität relativ unempfindlich sind.

Paul Eckerstorfer und Ronald Wendner (2013): Asymmetric and non-atmospheric consumption externalities, and efficient consumption taxation, Journal of Public Economics, Vol. 106 (C), S. 42‑56.