Überblick
Dieser Beitrag untersucht den Einsatz rhetorischer Legitimationsstrategien im Kontext von Reformen des öffentlichen Finanzmanagements. Es wird analysiert, wie organisationale Akteure auf zentralstaatlicher Ebene im Vereinigten Königreich, Italien und Österreich entsprechende Reformen in verschiedenen Bereichen legitimieren oder delegitimieren. Der Beitrag zeigt, dass Reformen durch Akteure weitgehend legitimiert (und selten delegitimiert) werden. Es existieren länderspezifische Unterschiede sowie Divergenzen bei den beruflichen Hintergründen der Akteure bei der Verwendung von Legitimationsstrategien aus, wobei Akteure mit einem Hintergrund im Rechnungswesen, die vorwiegend im Vereinigten Königreich arbeiten, Veränderungen eher durch rationale Argumente und Hinweise auf "normale", das heißt weitverbreitete gute Praktiken rechtfertigen. Italienische und österreichische Akteure greifen häufiger auf rhetorische Strategien, die mit einem Rückgriff auf Autoritäten verbunden sind, zurück, um Veränderungen in der Rechnungslegung zu erklären.
Noel Hyndman, Mariannunziata Liguori, Renate Meyer, Tobias Polzer, Silvia Rota, Johann Seiwald, Ileana Steccolini (2018): "Legitimating change in the public sector: the introduction of (rational?) accounting practices in the United Kingdom, Italy and Austria", Public Management Review, Vol. 20 (9), S. 1374‑1399.