Fachinfos - Publikationen 01.09.2018

Rhetorische (De-)Legitimierung von Reformen im Finanzmanagement

Überblick

Dieser Beitrag untersucht den Einsatz rhetorischer Legitimations­strategien im Kontext von Reformen des öffentlichen Finanz­managements. Es wird analysiert, wie organisationale Akteure auf zentral­staatlicher Ebene im Vereinigten Königreich, Italien und Österreich entsprechende Reformen in verschiedenen Bereichen legiti­mieren oder delegiti­mieren. Der Beitrag zeigt, dass Reformen durch Akteure weitgehend legitimiert (und selten delegitimiert) werden. Es existieren länder­spezifische Unterschiede sowie Divergenzen bei den beruflichen Hintergründen der Akteure bei der Verwendung von Legitimations­strategien aus, wobei Akteure mit einem Hintergrund im Rechnungs­wesen, die vorwiegend im Vereinigten Königreich arbeiten, Veränderungen eher durch rationale Argumente und Hinweise auf "normale", das heißt weitverbreitete gute Praktiken rechtfertigen. Italienische und österreichische Akteure greifen häufiger auf rhetorische Strategien, die mit einem Rückgriff auf Autoritäten verbunden sind, zurück, um Veränderungen in der Rechnungs­legung zu erklären.

Noel Hyndman, Mariannunziata Liguori, Renate Meyer, Tobias Polzer, Silvia Rota, Johann Seiwald, Ileana Steccolini (2018): "Legitimating change in the public sector: the introduction of (rational?) accounting practices in the United Kingdom, Italy and Austria", Public Management Review, Vol. 20 (9), S. 1374‑1399.