Überblick
Die Verbraucherpreise in Österreich stiegen 2022 um 8,6 %, gefolgt von einem Anstieg um 7,8 % im Jahr 2023, wobei die Prognosen für 2024 einen Anstieg um 4,0 % erwarten lassen. Als Reaktion darauf hat die österreichische Regierung verschiedene Unterstützungsmaßnahmen für Haushalte eingeführt, die sich von 2022 bis 2024 auf 1,3 % bis 1,6 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Jahr belaufen. Wir verwenden das Mikrosimulationsmodell EUROMOD und Daten aus der Konsumerhebung, um die Auswirkungen auf das verfügbare Einkommen und die Konsumausgaben zu analysieren. Haushalte mit geringerem Einkommen sind im Durchschnitt stärker von der Inflation betroffen, vor allem aufgrund ihrer höheren durchschnittlichen Konsumneigung. Insgesamt werden die Entlastungen in absoluten Zahlen überproportional der oberen Hälfte der Einkommensverteilung zugewiesen, aber relativ zum Einkommen sind sie in den unteren Dezilen höher. Zusammen mit nominalen Erhöhungen anderer Einkommensquellen waren die Einkommenszuwächse der Haushalte im Durchschnitt höher als die inflationsbedingten Anstiege der Konsumausgaben. Da jedoch zwischen den Haushalten erhebliche Unterschiede bestehen, gilt dieses Ergebnis nicht für alle Haushalte, insbesondere nicht für diejenigen im unteren Bereich der Einkommensverteilung.
Paul Eckerstorfer, Markus Riegler, Friedrich Sindermann (2025): "Inflation and Government Response – Distributional Impact on Austrian Households", International Journal of Microsimulation, Volume 18 (3), S. 132‑154.