Seitz, Karl
geb. 04.09.1869 Wien
gest. 03.02.1950 Wien
röm.-kath.; 1939 konfessionslos
Vater: Karl S. († 1876), Brennholzhändler
verh. (I.) 1900 Emilie Heindl († 1943); (II.) 1945 Emma Seidel; keine Kinderinder
bis 1883 Volksschule in Wien; 1883-1888 Landeslehrerseminar in St. Pölten (Niederösterr.)
1882-1883 Schneiderlehre in Wien ohne Abschluss; 1888 provisorischer, 1891 definitiver Unterlehrer an verschiedenen Wiener Volksschulen und bis 1890 Präfekt an einem städtischen Waisenhaus; 1896 Volksschullehrer in Wien-Ottakring; seit 1901 beurlaubt, 1922 in Ruhe; 1895 Mitgründer und bis 1898 Herausgeber der Zeitschrift "Freie Lehrerstimme"; Februar-Dezember 1934 und Juli 1944-März 1945 in Haft, dann interniert in Plaue (Thüringen), Juni 1945 Rückkehr nach Wien
1896 Mitgründer und Obmann-Stellvertreter, 1897-1916 Obmann des Zentralvereins der Wiener Lehrerschaft; 1905 Gründungmitglied des Vereins "Freie Schule" in Wien
1902-1918 niederösterr. Landtag
1918-1920 Präsident des (deutsch-)österr. Staatsratsdirektoriums; Mitglied der österr. provisor. (Präsident), konstit. Nationalversammlung (Präsident), bis 1934 des Nationalrats (1920-1923 Zweiter Präsident); 1923-1934 Bürgermeister von Wien; November 1918-1934 Obmann der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei; 1945-1950 Mitglied des österr. Nationalrats; Juni-Dezember 1945 Obmann, 1946 Ehrenobmann der Sozialistischen Partei Österreichs
Niederösterreich, Städte 12 Korneuburg, Floridsdorf, Stockerau, Oberhollabrunn, Retz, Eggenburg, Maissau, Mistelbach, Poisdorf, Feldsberg. Laa, Zistersdorf
Niederösterreich 33, Stadt Wien XXI. Bezirk (Floridsdorf)
Klubmitgliedschaft: 1901 Sozialdemokratischer Verband; 1907 Klub der deutschen Sozialdemokraten (Mitglied des Vorstands) im Verband der sozialdemokratischen Abgeordneten (Mitglied des Präsidiums); 1911 Klub der deutschen Sozialdemokraten (Mitglied des Präsidiums)
Lit.: PAW; ÖBL; NDB; DBA; Wien-Lexikon; Freund 1907; Freund 1911; Spitzer, Seitz; Gröller, Seitz (Diss.); Gröller, Seitz; Wondratsch, Seitz