LETZTES UPDATE: 17.07.2017; 14:14

Wie in den Ringstraßenpalais üblich, befanden sich auch im Erdgeschoß des Palais Epstein Geschäftsräumlichkeiten. Von der Ringstraße aus betrachtet, befanden sich auf der rechten Seite die Räume der Epstein'schen Bank.

Die Geschäftsräume auf der linken Seite vermietete die Familie. Besondere Beachtung sollte im Erdgeschoß den Decken in den ehemals vermieteten Geschäftsräumen geschenkt werden.

 

Der größere Raum wird in den Plänen von 1862 als "Gewölbe" bezeichnet. Die Decke zeigt acht quer verlaufende, teils geteilte Intarsienfelder. Diese sind auf Goldgrund mit Groteskenmalerei in mehrfarbiger Lüstrierung ausgeführt.

Die Farben des gemalten Holzes sind dunkel, an den Rändern erscheinen sie fast schwarz. Die Decke des kleineren Raums ist ähnlich, wirkt durch die hellere Farbgebung jedoch etwas leichter.

Sicherheitsmechanismus im Bankhaus

Eine besondere Überraschung bot sich den Architekten bei der Wiederinstandsetzung der Geschäftsräume der Epstein-Bank. In den Fensterverkleidungen fanden sich die sogenannten "Kurtinen". Das sind Eisenplatten, die nach oben gezogen werden konnten, um damit das Bankhaus vor ungebetenen "Gästen" zu schützen.

Diese Konstruktion ist nicht nur technisch ausgefeilt, sondern wirkt auch ästhetisch. Daher wurde eine davon wieder funktionstüchtig gemacht, um BesucherInnen die Handhabung im Rahmen einer Führung demonstrieren zu können.

In den Fugen dieser Sicherheitskonstruktion wurden später auch zahlreiche Papierfunde entdeckt, beispielsweise Briefe russischer Besatzungssoldaten. Diese sind in den Vitrinen im ersten Stock zu sehen.