LETZTES UPDATE: 17.07.2017; 14:14

Wandschmuck

Ursprünglich schmückten den Raum acht großformatige Leinwandgemälde mit Ansichten antiker Stätten, die in die Vertäfelung eingelassen waren. Unter den Landschaftsmotiven befanden sich Ellora (in Indien – Höhlen- und Felsentempel, seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe), Philae (in Ägypten – Nil-Insel mit Isis-Tempel, seit 1979 Weltkulturerbe), Athen und Rom.

Weiters waren Landschaften aus Korfu und Capri sowie ein Dachsteinpanorama und eine Ansicht von Wien abgebildet.

Epstein selbst reiste mit zunehmendem Alter wegen seiner angegriffenen Gesundheit immer weniger und schuf sich mithilfe der Malerei eine Möglichkeit, zumindest virtuell an den Orten seiner Sehnsucht verweilen zu können. Außerdem konnten seine Gäste in diesem Raum – gleichsam dem "Nabel der Welt" – daran teilhaben.

Die sogenannten "Zonenbilder" stammten vom Landschaftsmaler Josef Hoffmann. An der Ausführung waren – vermutlich wegen des Zeitdrucks – auch Eduard Bitterlich und Christian Griepenkerl beteiligt, die ebenfalls Schüler von Carl Rahl waren. Die Werke gelangten nach dem Verkauf des Palais an Otto Wagner, wurden in dessen Villa in Hütteldorf zur Schau gestellt und sind mittlerweile verschollen.

Auf eine "Neuerfindung" der Landschaftsbilder wurde bei der Renovierung des Palais Epstein bewusst verzichtet.

Deckenschmuck

Auch die Kassettendecke im Spielsalon hat ihr Vorbild im Tonnengewölbe der Kirche Santa Maria dei Miracoli in Venedig. Sie kann als weiteres Zeugnis von Epsteins Begeisterung für Italien verstanden werden.

Sie stellt aber auch ein zusätzliches Musterbeispiel für das Bestreben Hansens dar, vergangene Kunstepochen in seine Bauwerke quasi als Zitate zu integrieren.