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Das Palais Epstein heute

Die Diskussion über die weitere Nutzung des Palais Epstein kam Ende der 1990-er Jahre im Zuge seiner Umwidmung auf. Ende 1997 beschloss der Ministerrat, das Palais zu verkaufen. Am 19. November 1998 wurde in der Präsidialsitzung des Nationalrates aber der einhellige Beschluss gefasst, das Palais für Parlamentszwecke zu nutzen.

Eine neue Bestimmung für das Palais wurde gesucht

Die Bundesimmobiliengesellschaft kaufte schließlich 1998 das Haus an, für das sich auch eine japanische Bank interessiert hatte. Nach einer europaweiten Ausschreibung der Generalsanierung des Palais im Frühjahr 2002 wurde das Haus unter Einbeziehung des Bundesdenkmalamtes weitestgehend originalgetreu restauriert und am 25. Oktober 2005 feierlich eröffnet – als weitere Dependance des Parlaments in dessen unmittelbarer Nachbarschaft.

Während dieses Zeitraums war es vor allem Leon Zelman, der damalige Leiter des Jewish Welcome Service, der sich für eine Nutzung des Palais Epstein als "Haus der Geschichte" bzw. "Haus der Toleranz" einsetzte. Für ein Museum wäre das Palais Epstein allerdings zu klein gewesen.

Eine Gedenktafel, die am 11. Juli 2008 an der Ecke Schmerlingplatz / Dr.-Karl-Renner-Ring 1 am Palais Epstein angebracht wurde, erinnert uns an seinen Einsatz für den Dialog zwischen dem heutigen Österreich und Opfern der NS-Verfolgung.

Büros, Demokratiewerkstatt und Veranstaltungsort

Heute wird das Palais Epstein vom Parlament in vielfältiger Weise genutzt. In den oberen Stockwerken sind Büros von Abgeordneten und deren MitarbeiterInnen untergebracht.

Die Zimmer der Beletage dienen unterschiedlichen Zwecken. Sie werden als Besprechungszimmer und Ausschusslokale verwendet und bilden so wie der überdachte Innenhof den Rahmen für Veranstaltungen des Parlaments.

Auch in den alten Kassensälen im Erdgeschoß wurde in den ersten beiden Jahren zu Veranstaltungen und Ausstellungen geladen. Während der rechte Saal für unterschiedliche Anlässe genutzt wurde, war im linken Saal zunächst die Dauerausstellung über die Familie Epstein untergebracht, die sich heute im Arbeitszimmer der Beletage befindet.

Sowohl der Innenhof als auch die Beletage können bei einer Führung besichtigt werden.

Demokratiewerkstatt: Kinder und Jugendliche lernen Demokratie besser kennen

Zehn Jahre lang von 25. Oktober 2007 bis Juni 2017 war im Erdgeschoß – in den ehemaligen Kassensälen bzw. Bankräumlichkeiten der Bank Gustav von Epsteins – die "Demokratiewerkstatt" untergebracht, ein Angebot des Parlaments, um das Demokratieverständnis und politische Interesse von Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 14 Jahren zu fördern.

Die vierstündigen Workshops werden mit verschiedenen Schwerpunktthemen angeboten: So kann man sich zur "Politischen Werkstatt", zur "Medien-Werkstatt", zur "Werkstatt mit ParlamentarierInnen", zur "Partizipationswerkstatt", zur "Zeitreise Werkstatt" oder zur "Europa Werkstatt" anmelden.

Die Parlamentsbibliothek übersiedelt in das Palais Epstein

Aufgrund der Sanierung des historischen Parlamentsgebäudes übersiedelt die Parlamentsbibliothek Ende Juli 2017 in das Palais Epstein. Ebenerdig befindet sich auf der linken Seite der Lesesaal und auf der rechten Seiten die Publikumszone des Zeitungs- und Zeitschriftenbereichs. Nähere Information dazu finden Sie auf den Seiten der Bibliothek.