LETZTES UPDATE: 07.09.2017; 13:43
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60. Geburtstag der EU - Die Vorgeschichte

Am 25. März 1957 wurden die sogenannten "Römischen Verträge" unterzeichnet. Damit war der Grundstein für die Entwicklung der europäischen Einigung hin zur heutigen Europäischen Union gelegt. Was steht dahinter? Wie kam es schließlich dazu? Warum werden die Römischen Verträge als das Fundament der europäischen Integration bezeichnet?

Teil 1: Die Vorgeschichte: "Solidarität der Tat schaffen"

Nachdem Jahrhunderte seit den ersten Ideen zur Schaffung eines vereinten Europa bzw. verschiedener Modelle eines europäischen Staatenbundes vergangen waren, hatten die katastrophalen Erfahrungen der beiden Weltkriege die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit in gemeinsamen überstaatlichen Institutionen nachdrücklich vor Augen geführt. Mit der Errichtung der "Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl" erfolgte im Jahr 1952 der erste Schritt zur europäischen Einigung. Europa sollte nicht nur ein geographischer Begriff sein, sondern zu einem politischen Faktor werden.

Dieser Gründung war der Vorschlag des französischen Außenministers Robert Schuman vorangegangen, der sich auf Vorarbeiten seines Landsmanns Jean Monnet stützte. In seiner berühmten Rede am 9. Mai 1950 sprach er davon, dass sich die Regierungen (interessierter) europäischer Länder auf die Zusammenlegung ihrer Kohle- und Stahlproduktion einigen sollten, um einen weiteren Krieg zwischen den Erzfeinden Frankreich und Deutschland "nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich" zu machen.

Die Zusammenlegung der Kohle- und Stahlindustrie und die Gründung einer neuen "Hohen Behörde" sollten die Voraussetzungen für die Errichtung einer Wirtschaftsgemeinschaft, des heutigen EU-Binnenmarkts, schaffen und die "erste Etappe einer europäischen Föderation" bilden. Europa werde durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine "Solidarität der Tat schaffen". Schon bei diesem ersten Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), der im Sommer 1952 in Kraft trat, waren Deutschland, Frankreich, Italien und die BENELUX-Länder die Gründungsmitglieder gewesen.

Nur wenige Jahre nach der EGKS sollten deren Gründungsmitglieder mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge - bestehend aus dem "Vertrag zur Gründung der "Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft" (EWG) und dem EURATOM-Vertrag zur Gründung der "Europäischen Atomgemeinschaft" (EAG/EURATOM) - das Fundament für eine sich über die folgenden Jahrzehnte immer mehr vertiefende Zusammenarbeit schaffen. Der Vertrag trat am 1.1.1958 in Kraft.

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