LETZTES UPDATE: 07.09.2017; 13:58
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Warnende Worte am Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus

Im Mittelpunkt des diesjährigen Gedenktags gegen Gewalt und Rassismus im Parlament standen die beiden Holocaustüberlebenden Gertrude Schneider und Walter Arlen. Die Historikerin Schneider hielt die Gedenkrede, die Werke des ebenso anwesenden Komponisten Arlen wurden von Daniel Wnukowski am Klavier interpretiert. Nationalratspräsidentin Doris Bures und Bundesratspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann riefen zur Wachsamkeit auf, appellierten an die Verantwortung jedes Einzelnen und zeigten sich besorgt über zunehmenden Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus sowie Verhetzung.

Das um sich greifende Gefühl der Angst sieht die Nationalratspräsidentin als eine besondere Gefahr für ein friedliches Miteinander. Sie drängte daher auf Sicherheit, die sich jedoch nicht in auf Sicherheit durch Überwachungskameras und Blaulichter erübrigen könne, denn "wer Angst habt, ruft nach dem starken Mann, wer hingegen Freude hat, Mut und Hoffnung, der ist selbst stark.

Als Aufgabe der Politik sieht es die Bundesratspräsidentin,
zwischenmenschliche Werte zu stärken, drängende Fragen zu
beantworten und die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen, um
Fehlentwicklungen zu verhindern, "damit jene nicht gestärkt werden,
die aus Angst und Pessimismus Kapital schlagen wollen". Ledl-Rossmann unterstrich die Bedeutung der Erinnerungskultur, gleichzeitig brauche man den Blick für das Heute und Morgen, sagte sie.

"Es tat weh und es wird immer wehtun", betonte Gertrude Schneider. Sie schilderte in berührender Weise nicht nur ihre eigenen Erlebnisse, sondern auch die ihres Mannes, Eric Schneider, der die Shoah ebenfalls überlebte und mit dem sie seit 65 Jahren verheiratet ist. Sowohl Schneider als auch Arlen haben ihre Bücher und ihr
Lebenswerk schon vorab der Stadt Wien und einer Stiftung vererbt.

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