LETZTES UPDATE: 01.09.2017; 14:41
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NR-Präsidentin Bures übergibt sanierten jüdischen Friedhof an Stockerau

In ihrer Funktion als Vorsitzende des Kuratoriums des Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe in Österreich konnte Nationalratspräsidentin Doris Bures den mit Mitteln des Fonds sanierten jüdischen Friedhof in Stockerau offiziell der Stadtgemeinde zur Pflege übergeben. Das Projekt wurde in enger Ansprache mit dem Bundesdenkmalamt durchgeführt. Anwesend waren auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, sowie der Bürgermeister von Stockerau, Helmut Laab.

Der Friedhof war 1874 eingerichtet worden, 1938 haben ihn die Nationalsozialisten geschlossen. "Jüdischen Friedhöfen kommt in unserer Erinnerungskultur ein besonderer Stellenwert zu – sie dürfen niemals eingeebnet werden, sondern sollen für alle Zeiten Bestand haben", so Bures. Erst in den vergangenen Jahren seien die jüdischen Friedhöfe allmählich als Orte mit Geschichte begriffen worden, die es zu retten gelte, sagte die Nationalratspräsidentin. Österreich habe begonnen, der Zerstörung und der Achtlosigkeit einen Schritt der Verantwortung und des Respekts entgegenzusetzen.

Jüdische Friedhöfe sind nicht nur besondere Erinnerungsorte, viele von ihnen verfügen auch über einen bedeutenden kulturhistorischen Wert. Der jüdischen Tradition entsprechend sind Grabstätten bis an das Ende der Tage gedacht. Der Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe ist beim Nationalrat angesiedelt und wurde 2010 eingerichtet, um die Friedhöfe und mit ihnen die Erinnerung an Jahrhunderte jüdischer Geschichte in Österreich zu bewahren. Der Fonds wird über einen Zeitraum von 20 Jahren insgesamt 20 Mio. € zur Verfügung stellen. Gemeinsam mit den Eigenleistungen der Friedhofseigentümer und weiteren Förderungen werden die wichtigen Sanierungen ermöglicht.

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