LETZTES UPDATE: 14.11.2016; 15:01
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Hammerschmid kündigt Gesetzespaket zu Ganztagsschule an

Niemand kann bestreiten, dass Bildung in Österreich vererbt wird. Das betonte Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, als sie im Unterrichtsausschuss des Nationalrats mit Abgeordneten und ExpertInnen den jüngsten Nationalen Bildungsbericht diskutierte. Das Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) kritisiert darin vor allem die soziale und regionale Ungleichverteilung von Bildungschancen in Österreich. Ein Drittel der Volksschulkinder gehöre mindestens einer von drei sozialen Gruppen an, in denen erhöhtes Risiko für ein Scheitern der Bildungslaufbahn besteht: nichtdeutsche Alltagssprache, bildungsferner Haushalt beziehungsweise niedriger Berufsstatus der Eltern.

Hammerschmid will als Gegenmaßnahme noch heuer ein Gesetzespaket für den Ausbau der Ganztagsschule auf den Weg bringen. Bis 2025 sollten 40% der SchülerInnen eine ganztägige Schulform in ihrer Nähe haben, so das Ziel der Bildungsministerin. Wie Hammerschmid plädieren SPÖ und Grüne für ganztägige schulische Betreuung, um Nachteile aufgrund der Herkunft auszugleichen. Während BIFIE-Vertreter Michael Bruneforth diesen Ansatz bestätigt, warnt Bildungsprofessor Stefan Hopmann davor, in der Ganztagsschule ein Allheilmittel zu sehen. Nach Meinung der ÖVP ist die Bildungssituation in Österreich nicht so schlecht, wie im Nationalen Bildungsbericht dargestellt. Der berufsbildende Bereich werde bei den akademischen Analysen nämlich häufig missachtet.

Wie sich die neue, akademisierte Ausbildung für alle Lehrkräfte entwickelt, berichtete dem Ausschuss Qualitätssicherungsrat-Vorsitzender Andreas Schnider. Er sieht zwar Verbesserung bei der erforderlichen Zusammenarbeit von Universitäten und Pädagogischen Hochschulen, doch vermisst er noch ausreichend qualifiziertes Lehrpersonal für die Ausbildungsangebote, gerade bei jenen für angehende VolksschullehrerInnen.

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