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Causa "Burgtheater": Kulturausschuss um Aufklärung bemüht

In der Kulturausschusssitzung des Nationalrates am Donnerstag, den 13. März 2014, haben die Abgeordneten den Kulturbericht 2012 diskutiert. Hauptsächlich beschäftigte die Ausschussmitglieder dabei die Causa "Burgtheater". Um genaueren Einblick in die Hintergründe der Millionenverluste zu geben, waren mehrere Auskunftspersonen geladen. Auch Kulturminister Josef Ostermayer stand den Mandatarinnen und Mandataren Rede und Antwort.

Die Ausschussmitglieder zeigten vor allem an der Verantwortung für die Burgtheater-Misere Interesse: Tragen die Bundestheater-Holding, der Aufsichtsrat, das Kulturressort oder der Wirtschaftsprüfer KPMG eine Mitschuld? Oder liegt diese einzig beim ehemaligen Direktorium des Burgtheaters? Mehrere Abgeordnete vermuteten auch, dass das Finanzdebakel erst zu spät erkannt worden sei.

Ostermayer kündigt genaue Prüfung an

Kulturminister Ostermayer erklärte dazu, dass die Verantwortung klar bei dem entlassenen Direktorium liege. Sowohl die ehemalige kaufmännische Geschäftsführerin Silvia Stantejsky, als auch der erst diese Woche entlassene künstlerische Leiter Matthias Hartmann hätten gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen. Es habe keine ordentliche Buchführung und kein angemessenes Kontrollsystem gegeben. Der Rechnungshof werde nun das Burgtheater prüfen, so Ostermayer. Auch rechtliche Schritte gegen den ehemaligen künstlerischen Direktor würden überlegt. Gleichzeitig gelte es jedoch, die renommierte Bühne wieder in das richtige Fahrwasser zu bringen, betonte Ostermayer. Priorität habe die Finanzplanung für die Saison 2014/15 und die Suche nach einem neuen Direktorium. Der Minister schloss auch mögliche Änderungen in der Struktur der Bundestheater-Holding nicht aus.

Springer für Stärkung der Holding

"Wir wurden hintergangen", erklärte der erst kürzlich als Aufsichtsratsvorsitzender des Burgtheaters zurückgetretene Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer. Er plädierte dafür, die Holding zu stärken. Eine genaue Kontrolle der Betriebe sei derzeit nicht möglich, da nur "zweieinhalb bis dreieinhalb Personen im operativen Bereich arbeiten". Dies sei auch einer der Gründe, warum die vermeintlichen Malversationen erst so spät entdeckt worden seien. Springer garantierte, dass derartiges nicht mehr vorkommen werde. "Wir haben viel daraus gelernt."

Geladen waren auch Vertreter des Wirtschaftsprüfers KPMG. Michael Schlenk und Harald Podoschek betonten, dass ihr Unternehmen für die Aufdeckung der Causa verantwortlich sei. KPMG habe bereits 2012 deutlich zu hoch bewertete Vermögensgegenstände beanstandet. Außerdem habe man auf das Liquiditätsrisiko hingewiesen. Die Probleme seien dem Aufsichtsrat mitgeteilt worden. Mitverantwortung für das Finanzdebakel wiesen die beiden Prüfer aus diesen Gründen von sich.

Kulturbericht einstimmig zur Kenntnis genommen

Am Ende der Sitzung nahmen die Abgeordneten den Kulturbericht einstimmig zur Kenntnis. Der Kunstbericht 2012 wurde einstimmig vertagt.

Einen detaillierten Bericht zur Debatte entnehmen Sie bitte der Meldung der Parlamentskorrespondenz.

Parlamentskorrespondenz Nr. 206/2014