Mit den Vertretern und Vertreterinnen – das ist mir auch sehr, sehr wichtig – habe ich vereinbart, dass wir über die laufenden Verhandlungen Stillschweigen bewahren. Ich halte das für sehr wichtig, denn wenn wir jetzt beginnen, Dienst- und Besoldungsrechtsverhandlungen auf offener Bühne zu führen, dann, glaube ich, wäre das nicht wirklich erfolgversprechend.
Ein paar Ansatzpunkte möchte ich bringen, denn es zeigen ja schon die internationalen Vergleiche, eben zum Beispiel auch mit Bayern, es hat natürlich etwas mit Bezahlung zu tun, mit mehr Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Studien wie zum Beispiel Talis zeigen uns aber auch, dass wir uns schon überlegen müssen, ob wirklich alle Tätigkeiten unbedingt immer von Pädagogen und Pädagoginnen wahrgenommen werden müssen oder ob wir nicht ein Stück wegkommen müssen von dem Denken: „ich, meine Schule, mein Fach, meine Klasse“, hin zu: „wir und unsere Schule“.
Das beginnt schon bei administrativem Unterstützungspersonal. So gibt es etwa ganz viel große Pflichtschulstandorte, die nicht einmal eine Sekretärin haben, nicht einmal ein Sekretariat haben, und da rede ich noch gar nicht von arbeitsteiliger Vorbereitung von Unterrichtsstunden. Da, denke ich, sollten wir unbedingt in Unterstützungspersonal gehen, bis hin auch zum Bereich Freizeitpädagogik. Und was mir auch ganz, ganz wichtig ist: Managementausbildung für die Direktoren, damit wir auch mehr Verantwortung am Schulstandort leben können.
Es gibt hier also ein Bündel von Maßnahmen, aber ich bitte um Verständnis dafür, dass ich mir jetzt noch nicht so ganz in die Karten schauen lasse.
Vizepräsident Mag. Harald Himmer: Wird eine Zusatzfrage gewünscht? – Bitte, Frau Bundesrätin.
Bundesrätin Monika Mühlwerth (FPÖ, Wien): Vielleicht können Sie auf die Zusatzfrage etwas konkreter antworten. Es gibt ja abseits der Gewerkschaften durchaus Lehrerinnen und Lehrer, die sich mit dem Gedanken, längere Arbeitszeiten an der Schule zu verbringen, anfreunden können, aber – und das wissen Sie auch, Frau Minister – der Kritikpunkt sind die Rahmenbedingungen, sprich der Arbeitsplatz: ein Viertel Quadratmeter Schreibtisch, ein Viertel Fach für Unterrichtsmaterialien. Wie können Sie da Abhilfe schaffen?
Vizepräsident Mag. Harald Himmer: Bitte, Frau Bundesminister.
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Dazu ist mein Bild – es ist mir auch wichtig, das klarzulegen – nicht eines, dass der Lehrer, die Lehrerin von 8 bis 17 Uhr, von 8 bis 18 Uhr an der Schule ist. Ich habe mich selbst, als ich noch in der Bank gearbeitet habe, sehr vehement für flexiblere Arbeitszeiten eingesetzt, denn ich denke, wo die Vorbereitung stattfindet, wo korrigiert wird, das sollte doch individuell entschieden werden, aber in einem Punkt gebe ich Ihnen zu 100 Prozent recht: Wir brauchen Räume! Wenn wir jetzt von Teamteaching sprechen, wenn wir von Schulentwicklung sprechen, dann braucht es auch Vorbereitungsräume, Besprechungszimmer. In die Richtung müssen wir auf alle Fälle gehen.
Der zweite Punkt – bei einzelnen Standorten gelingt das schon; aber es sind ja auch Haltungen und Kulturen, die hier wirken –: Ich glaube, wir sollten uns langsam von den traditionellen Konferenzzimmern überhaupt verabschieden. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Bundesrat Dönmez: Genau!) Ich würde das ja auch gar nicht als Arbeitsplatz bezeichnen, sondern das sind eher Ablageflächen.
Da gibt es ja genug gute Beispiele, und ich möchte zu dem Thema, welche Beispiele es schon gibt, jetzt auch zu einer Konferenz einladen. Wir können uns Anleitungen von großen Beratungsunternehmen holen, wie die Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter organisieren, die eben nicht ständig am Schreibtisch sitzen, aber dann doch wieder für be-
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