Nein. Komm! Je nachdem, wer es zuspitzt und wie es zugespitzt wird. – Ich glaube, dass die Aufgabe der Kunst- und Kulturpolitik sein muss, an die Grenzen mitzugehen, Mut zu machen, Risiko einzugehen und Neuland zu betreten – und das nicht von vornherein zu blockieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Ich glaube auch, dass Kunst und Kultur nicht immer die Masse begeistern können, weil es einfach individuell unterschiedlich ist, was ich als schön empfinde, was ich als zumutbar empfinde und was andere als zumutbar und schön empfinden. Und dafür stehe ich, und dafür steht, glaube ich, ganz sicher auch unsere Frau Bundesministerin. (Beifall bei der SPÖ sowie des Bundesrates Kainz.)
Zum Schluss kommend möchte ich mich bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, auch bei dir, liebe Frau Bundesministerin, recht herzlich für diesen Bericht bedanken.
Die zweite Sprache ist auch Kultur. Ihr seid es ja von mir schon gewöhnt.
(Die Rednerin setzt ihre Ausführungen in slowenischer Sprache fort.)
Danke. Hvala. (Beifall bei der SPÖ sowie der Bundesräte Mayer und Kerschbaum.)
13.04
Präsident Gottfried Kneifel: Zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Köberl. Ich erteile es ihm.
13.04
Bundesrat Günther Köberl (ÖVP, Steiermark): Geschätzter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Auch die Kunst und Kultur sollen ihren Platz haben, auch in diesem Hohen Haus. Und in Anlehnung an meine Vorrednerin darf ich mit einem Zitat beginnen, und zwar von Josef Albers, dem deutsch-amerikanischen Maler, der das ausdrückt, was Sie ausgeführt haben. Er hat gemeint: „Jede echte Kunst ist oder war in ihrer Zeit modern, herausfordernd und neu, wies hin auf den dauernden Wandel im Sehen und Fühlen.“
Richard von Weizsäcker, der ehemalige deutsche Bundespräsident, hat einen anderen Zugang gewählt. Er hat gesagt: „Unsere Kultur ist gewachsen wie ein kräftiger und vielgestalteter Mischwald. Er leistet seinen Beitrag zur lebensnotwendigen Frischluft.“ – Auch so kann man Kultur sehen.
Auch ich möchte mich namens unserer Fraktion sehr, sehr herzlich für die Erstellung dieses umfangreichen Dokuments – ich spreche vor allem vom Kulturbericht aus dem Jahr 2009 – bedanken, bei der Frau Bundesministerin sowie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Museen, wenngleich ich die kleine kritische Anmerkung vorbringen darf: Ein Kulturbericht 2008 im Mai 2011 ist nicht mehr ganz taufrisch. Aber das mag andere Ursachen haben.
Unsere Frau Bundesministerin wurde in einem Interview am 17. März 2011 in „NEWS“ gefragt: „Haben Sie in den Stürmen der Schulpolitik für die Kulturpolitik überhaupt noch Zeit?“ – Und sie hat darauf gesagt: „Ja, und mit Freude.“ – Das ist nur zu begrüßen. Und sie hat das auch in ihrem Vorwort festgehalten, und ich darf ganz kurz daraus zitieren:
„Ich sehe es als die zentrale Aufgabe meines Hauses, die Rahmenbedingungen für Künstlerinnen und Künstler sowie für Kulturinstitutionen finanziell sicher zu stellen.
Dieses klare Bekenntnis zur Verantwortung des Staates für die Förderung der Kunst ist untrennbar verbunden mit einem solchen zur Wahrung der Autonomie von Kunst und Kultur. Es gilt zu fördern, zu unterstützen, zu ermutigen, aber all das, ohne in die Freiheit der Kunst einzugreifen.“
Ich glaube, das kann man nur unterstützen und das ist im Sinne von uns allen.
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