schung nach dem Beispiel Frankreichs, und sie fordert auch ein, dass im Bildungssystem Änderungen vorgenommen werden, um für diesen eklatanten Technikermangel Abhilfe zu schaffen.
Daher die Frage an Sie: Welche Schritte haben Sie sich gemeinsam mit der Unterrichtsministerin und mit dem Wirtschaftsminister überlegt, um da zu einer nachhaltigen Lösung zu kommen?
Präsidentin Mag. Susanne Neuwirth: Herr Bundesminister, bitte.
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Erstens: Es ist keine Frage, die Aussagen der Frau Jenner, der Generaldirektorin von Microsoft, sind natürlich vollkommen richtig. Man muss festhalten, dass wir einen weltweiten Mangel an Technikerinnen und Technikern haben. Das ist kein Spezifikum von Österreich, sondern wir haben gesellschaftlich eine Verschiebung, dass junge Leute technischen Studien, technischen Ausbildungen philosophische oder andere Studien in dieser Richtung vorziehen.
Wir haben – das habe ich ja zuerst schon gesagt – gemeinsam mit dem Unterrichtsressort ein Programm im Hintergrund laufen. Das ist jenes Programm, wo wir versuchen, dass alle Jugendlichen im Bereich der Pflichtschulen in der 8. Klasse zumindest drei Stunden verpflichtend in ein Berufsinformationszentrum des AMS kommen müssen. Das funktioniert auch zu 99,9 Prozent. Es kommen da wirklich alle, im Laufe eines Jahres haben wir alle bei uns.
Wo wir noch Umsetzungsschwächen haben, ist im
AHS-Bereich, weil im AHS-Bereich sehr oft
auch von den Lehrkräften opponiert wird, die Berufsfindungsphase in der
4. Klas-
se beginnen zu lassen, weil man davon ausgeht, dass die Schüler bis
zur Matura in der Schule bleiben, und man meint, sie sollen das dann
später machen. Da haben wir echte Schwierigkeiten. Das ist jetzt kein
Angriff gegen die AHS, aber man muss es auch erwähnen, weil es wirklich
Schwierigkeiten gibt.
Das, was auch läuft, ist natürlich auf die diversen Berufsinformationsmessen in unterschiedlichster Art und Weise hinzuweisen. Das Wirtschaftsressort veranstaltet ja diesen riesigen Tag der Lehre, wo im Vordergrund nur technische Berufe stehen. Wenn man zu dieser Präsentation hingeht, wird man draufkommen, dass das nur technische, großteils nur technische Jobs sind, mit Ausnahme von zwei Handelsbetrieben. Im Bereich der Berufsinformationsmessen ist das Unterrichtsressort federführend. In Salzburg, in Graz, in Klagenfurt, in Wien haben wir diese Riesenmessen über drei, vier Tage, und da bemüht man sich alles abzudecken, was nur irgendwie aus der Welt der technischen Schulen kommt. Alles, was nur irgendwie technikaffin ist, versucht man dort zu präsentieren. Aber klar ist auch, dass wir gesellschaftspolitisch alle gefordert sind und vor allem die Eltern gefordert sind, den Kindern zu sagen, eine technische Ausbildung schadet nicht.
Wir vonseiten der Politik können wahnsinnig viel machen, wir können die Messen – ich war selber erst unlängst bei der Grazer Messe – fünf Tage machen, mit Elternabenden machen, was auch passiert, mit langen Tagen bis 21 Uhr, aber es muss auch diesen Zusammenschluss des Elternhauses geben. Ich sage das jetzt sehr bewusst, nicht, weil die Frau Präsident Zwazl da sitzt, aber die steirische Wirtschaftskammer hat dort eine tolle Präsentation, was gewerbliche Lehrberufe betrifft, hingelegt, wirklich eine Show, ganz, ganz super. Schauen wir, wie viele dann wirklich in technische Berufe gehen. Das ist unsere Challenge, das ist unsere Herausforderung.
Wir wissen ganz genau, wenn du zum Beispiel auf der TU Wien Bauingenieurwesen beginnst zu studieren und den ersten Studienabschnitt gut schaffst, dann hast du deinen Job. Ich meine, den zweiten solltest du dann auch noch erledigen, aber du hast schon deinen Job. Zum Beispiel auf der Montanuni in Leoben: Alle Absolventen, die
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