BundesratStenographisches Protokoll821. Sitzung / Seite 106

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Ziele nicht erreicht hat. Statt der 13 Prozent Einsparungen an CO2-Emissionen ge­genüber 1990 liegen wir bei einem Plus von 8 Prozent. (Zwischenruf des Bundesra-
tes Preineder.)

Wir Grünen möchten einfach, dass Österreich endlich diese rote Laterne im Klimaschutz abgibt. Es braucht dazu einfach ein wirklich echtes Bekenntnis zum Klimaschutz in Ös­terreich! (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Bundesrates Preineder.)

Dazu braucht es konkrete Klimaschutzmaßnahmen in Österreich – im Bund und in den einzelnen Bundesländern –, mit Kontrollen der Zielerreichung, mit Nachbesserungs­pflicht und auch mit konkreten Sanktionen bei Nichterreichung. So können wir es viel­leicht schaffen, dass wir eben diese rote Laterne abgeben und sogar das Gelbe Trikot im Klimaschutz ergattern. (Beifall bei den Grünen.)

14.41


Präsident Edgar Mayer: Als Nächster gelangt Herr Bundesrat Wilhelm zu Wort. – Bit­te, Herr Kollege.

 


14.41.19

Bundesrat Richard Wilhelm (SPÖ, Steiermark): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Schon heute ist der Klima­wandel bittere Realität, und die Auswirkungen des Klimawandels sind eigentlich nicht mehr zu übersehen. Millionen Menschen sind von den Auswirkungen des Klimawan­dels, wie Dürren oder Fluten, schon heute betroffen. Man braucht nur den Fernseher aufzudrehen, dann sieht man, was los ist.

Das Ziel, die Treibhausgas-Emissionen zu senken, ist gut, mitunter auch jenes, das
2-Grad-Ziel zu erreichen – das heißt, dass der Anstieg der globalen Temperatur auf unter 2 Grad begrenzt wird. Dazu brauchen wir aber Bündnispartner, auch auf interna­tionaler Ebene. Warum? – Kollege Reisinger hat es vorhin schon angesprochen: Au­ßerhalb Europas kümmert sich kaum jemand um den Umweltschutz, und man hört immer mehr von der Industrie, von der Wirtschaft, dass sie den Industriestandort Öster­reich verlassen und ihre Unternehmen in Ländern ansiedeln, die keine so hohen Um­weltauflagen haben. Ursache ist nicht die Existenz von Umweltauflagen an sich, son­dern es ist die Tendenz, dass die Einhaltung von europäischen Umweltauflagen tech­nisch nicht mehr möglich ist und die Energiekosten immer weiter erhöht werden, wäh­rend sie in anderen Regionen sinken.

Ich habe hier ein gutes Beispiel, nämlich die voestalpine: Die Linzer haben den um­weltfreundlichsten Hochofen der Welt mit dem geringsten Schadstoffausstoß. Es ist mit dem heutigen Stand der Technik eigentlich nicht mehr möglich, eine weitere Reduzie­rung der Schadstoffe zu erreichen. Dieses Unternehmen, die voestalpine, investiert jährlich 300 Millionen € in Umweltkosten. Weitere 130 Millionen € kommen jährlich hin­zu für Sektoren wie Abfallwirtschaft, umweltschonende Arbeitsprozesse sowie effizien­te Energieerzeugung. Da ist aber nicht nur die voestalpine, es gibt sicher eine Vielzahl von Firmen in Österreich, denen das Thema Umwelt und Energie ebenso nahesteht und die ebenfalls laufend in die Betriebe investieren.

Wir alle hier sind uns sicher einig, dass Umweltschutz ein zentrales Thema unserer Zeit ist, aber man soll das auch global betrachten und nicht jene bestrafen, die bereits jetzt in hohem Maß in den Umweltschutz investieren.

Von 100 Prozent CO2-Austritt weltweit kommen 14 Prozent aus Europa, und mit diesen 14 Prozent können wir leider die Welt nicht retten. Die österreichische Energiestrategie sieht vor, den Energieverbrauch auf dem Niveau von 2005 zu stabilisieren, den Anteil erneuerbarer Energien auf 34 Prozent zu erhöhen und die Energieeffizienz um 20 Pro­zent zu steigern. Es wird jetzt an den Ländern, am Bund und an den einzelnen Sekto­ren liegen, die vorgegebenen Ziele zu erfüllen.

 


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