Finnland hat eine durchschnittliche Gruppengröße von 21 Kindern, aber da kommt eine Fachkraft auf 7 Kinder, also nicht 25 Kinder oder 20 Kinder, und wir haben eine Pädagogin und eine Helferin, sondern pro 7 Kinder eine Fachkraft. In Dänemark ist es pro 10 Kinder eine Fachkraft.
Und dann schauen wir uns das Gehalt an, das ist nämlich die nächste Hürde, wie ich es schon erwähnt habe. Die KindergartenpädagogInnen beklagen zu Recht, dass die Einstiegsgehälter zu gering sind, um attraktiv zu sein. In Wien bewegt sich das Einstiegsgehalt zwischen 1 760 € und 1 950 € brutto; man rechne zurück, was netto davon bleibt. In Niederösterreich, und deshalb arbeiten viele WienerInnen in Niederösterreich, bekommt man 2 160 €. Gefordert wird von den KindergartenpädagogInnen ein Einstiegsgehalt von 2 200 €. Also Niederösterreich ist da schon relativ nahe daran.
Noch etwas, weil Kollegin Posch-Gruska gesagt hat, dass sie in ihrer Gemeinde einen Pädagogischen Jour fixe eingeführt hat, so hat sie es genannt. Das halte ich für eine wirklich gute Idee. Das ist auch etwas, was bei den Diskussionen immer wieder beklagt wird, dass es keine Zeit für Gespräche gibt. Die LeiterInnen der Kindergärten sagen, ich habe keine Sprechstunde, was aber wichtig wäre. Die Eltern platzen mitten hinein in die Kindergartenarbeit, und ich muss mir dann aber für die Eltern auch Zeit nehmen, also wäre es wichtig, eine Sprechstunde zu haben. Wichtig wäre aber auch der Austausch der PädagogInnen untereinander und dann eben auch mit der Volksschule. Das sollte eigentlich Standard werden, muss ich sagen.
Der nächste Schritt ist, weil es der Übertritt vom Kindergarten in die Volksschule ist, dass wir die beste Lehrerausbildung brauchen. Wenn ich dann aber in der Zeitung lese, dass es zwar einen Aufnahmetest für künftige Lehrer gibt, aber es völlig egal ist, ob man den besteht oder nicht, wenn man ihn nicht besteht, kann man trotzdem sein Studium beginnen, dann muss ich sagen, da läuft aber schon etwas falsch, das kann es ja nicht sein. Und nicht zum ersten Mal verweise ich hier auf Finnland, das ja unser großes Vorbild ist, wenn es um das Thema Gesamtschule geht. Alles andere, was damit begleitend einhergeht, wird hübsch beiseitegelassen, wenn man jetzt von den Sozialarbeitern und den Psychologen absieht. Die Finnen haben ein knallhartes Auslesesystem, bevor man das überhaupt studieren darf. Eine finnische Bildungswissenschaftlerin hat bei einer Diskussion gesagt: 8 000 melden sich, 800 werden genommen.
Also da könnten wir uns ja auch einmal etwas abschauen, denn der Kindergarten und die Schule stehen und fallen mit der Ausbildung der Pädagogen. Wenn wir nicht die am besten geeigneten Lehrer nehmen, dann werden wir ewig ein Problem haben, egal, in welche Richtung die Schule reformiert oder nicht reformiert wird. Es steht und fällt mit der Ausbildung der Lehrer. Und wenn jeder Lehrer werden darf, auch wenn er sich gar nicht dafür eignet, dann werden wir nie vom Fleck kommen. Dann wird es auf ewig ein Fleckerlteppich bleiben.
Ich möchte zum Abschluss noch einmal betonen, der erste und wichtigste Punkt ist die Ausbildung, sowohl der Lehrer als auch der Kindergartenpädagogen. Die Ausbildung der Kindergartenpädagogen, ob akademisch oder nicht, halte ich wirklich für sehr gut. Nur die am besten Geeigneten sollen auch Lehrer werden dürfen. Und das steht und fällt mit der Ausbildung. (Beifall bei der FPÖ.)
9.41
Präsidentin Ana Blatnik: Zu Wort gelangt nun Herr Bundesrat Schreuder. – Bitte.
9.41
Bundesrat Marco Schreuder (Grüne, Wien): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Guten Morgen! Wenn es eine Bildungsdebatte gibt, dann fühlt man sich immer an Vergangenes erinnert, denn diese Bildungsdebatten wiederholen sich zumeist in einer gewissen Art und Weise. Aber man kann auch einmal über-
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