BundesratStenographisches Protokoll839. Sitzung / Seite 135

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es wie viel? – Es waren zwei von sechs Fragen, jetzt ist es nur mehr eine von sechs Fragen. Oder manche sagen: Früher war es eine von drei oder so ähnlich.

In Wirklichkeit stimmt das alles nicht, weil es überhaupt nie drei Fragen gegeben hat und sechs schon gar nicht. Denn die „Matura alt“ besteht darin, dass man zwei The­men zur Auswahl gibt, eines davon wählen sie – und von diesen Themen muss gar kei­nes ein Literaturthema sein. (Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth.) Das steht über-
all in den Medien, irgendwer wird es ja einmal gesagt haben, sonst könnte es nicht in einer Zeitung stehen! Ich glaube nicht, dass es der Herr Jeannée war. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)

Heute lese ich – auch wieder irgendwo – etwas ganz Neues: Es gibt zu wenig Steck­dosen. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Es gibt zu wenig Steckdosen an unseren Schulen, um in zwei Jahren die Mathematik-Matura durchführen zu können. Das ist jetzt wieder ein ganz neues Problem, das zwar für heuer nicht mehr relevant ist, aber in zwei Jahren wird es solche unglaublichen Probleme mit sich bringen, dass wir wahrscheinlich schei­tern werden, oder !? – Oder wird man es vielleicht schaffen, die Computer irgendwie dort anzustecken, wo die Schüler die Matura machen können!? Das hoffe ich.

Summa summarum, Kolleginnen und Kollegen: Die neue Reifeprüfung ist ein Glücks­fall, wenn sie endlich eingeführt ist. Der Willkür der Lehrerinnen und Lehrer wird nicht mehr Tür und Tor geöffnet sein – und die gibt und gab es bei der alten Matura. Eine Maturantin/ein Maturant, die/der in Niederösterreich maturiert, weiß, dass der/die Matu­rantIn in Oberösterreich in etwa dieselben Kompetenzen hat, und die in Wien wissen es genauso wie die in Salzburg. Diese Vergleichbarkeit ist von Vorteil, auch für den späteren Wettbewerb, und zwar nicht nur auf den Universitäten und den Fachhochschu­len, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt.

Eines Tages wird das dazu führen, dass diese Aufnahmeprüfungen – zum Beispiel für KindergärtnerInnen, für Lehrerinnen und Lehrer – in Deutsch entfallen, weil jeder weiß: Das ist das Niveau, das die Maturanten sowieso haben müssen, weil jeder in Deutsch antreten und ein gewisses Niveau haben muss, sonst kommt man nicht durch die Ma­tura, und andere Dinge mehr. (Bundesrätin Mühlwerth: da geht es um etwas ande­res!)

Das alles muss man dann auch noch im europäischen Gesamtrahmen sehen, denn auch da geht es um Vergleichbarkeiten von Standards. Wir wollen ja, dass unsere Ju­gendlichen – das ist ja von allen x-mal angesprochen worden – zu den bestausgebilde­ten gehören und sich mit allen anderen europäischen Jugendlichen messen können. Und das geht nicht ohne Standardisierung. Es kann schlicht und ergreifend nicht funk­tionieren, wenn jeder Lehrer macht, was er will.

Die Schwerpunkte bei der mündlichen Matura kann man ohnehin weiterhin setzen – das machen auch alle Schulen; alle arbeiten bereits daran, die geeigneten Fragen für ihre Schwerpunkte zu finden, um dann für die mündliche Matura die geeigneten Tools zu haben.

Natürlich werden die Schülerinnen und Schüler bestmöglich vorbereitet. Ich bin davon überzeugt, dass das dann nicht nur die Maturantinnen und Maturanten stärken wird, sondern sich nach unten fortsetzen wird und so ein „Top-down-Verfahren“ wird und die-
se Bildungsstandards dadurch auch mehr Gewicht bekommen, weil immer klarer wird, dass wir gemeinsam – nämlich alle, die in pädagogischen Berufen arbeiten – am sel­ben Ziel arbeiten, nämlich die Menschen bestmöglich auszubilden! – Danke. (Anhalten­der Beifall bei der SPÖ.)

17.45


Vizepräsident Mag. Harald Himmer: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundes­rätin Dr. Reiter. – Bitte, Frau Kollegin.

 


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