Parallel dazu habe ich den Rechnungshof ersucht, das Ganze noch einmal zu prüfen. Die Prüfung ist im Laufen.
Im Hinblick auf die Struktur der Bundestheater-Holding habe ich zu einer Analyse eingeladen, und es haben sich mehrere Unternehmen beworben. Die ICG hat dann den Auftrag bekommen, noch einmal eine Organisationsanalyse vorzunehmen. Der Bericht ist unter anderem mit dem Vorschlag vorgelegt worden, dass die Kontrollsituation, und zwar nicht nur das Controlling, sondern auch die Kontrollfunktion der Bundestheater-Holding gestärkt werden soll. Einige weitere Vorschläge besagen, dass die Bundestheater-Holding zu einer strategischen Management-Holding umgebaut werden soll. Auch im Hinblick auf die Beteiligung bei der ART for ART gibt es Vorschläge und so weiter.
Ausgehend davon wurde jetzt der Entwurf einer Novelle des Bundestheaterorganisationsgesetzes erarbeitet. Ich habe auch schon mit dem Koalitionspartner und mit der Bundestheater-Holding, mit Rhomberg, Abstimmungsgespräche geführt und werde nächste Woche ein Gespräch mit den einzelnen Direktoren der Theater führen, weil ich diese natürlich auch einbinden werde, mit dem Ziel, dass wir möglichst rasch – wenn es noch im April gelingt, wäre das wunderbar! – in Begutachtung gehen und im Anschluss daran eine Novelle beschlossen werden kann, um die Kontrollfunktion der Bundestheater-Holding zu stärken.
Da geht es natürlich nicht um die Frage – das wurde nämlich auch diskutiert, und deshalb sage ich es explizit –, ob die Bundestheater-Holding auch im künstlerischen Bereich quasi Einfluss nehmen kann. Bei der Diskussion ging es darum, ob es einen künstlerischen Direktor oder eine künstlerische Direktorin in der Bundestheater-Holding geben soll. – Nein! Das halte ich für falsch. Die Holding hat schlank zu sein, soll aber die Aufgabe des Controllings und der Kontrolle konsequent wahrnehmen.
Präsidentin Sonja Zwazl: Wird eine Zusatzfrage gewünscht? – Bitte, Herr Bundesrat Köberl.
Bundesrat Günther Köberl (ÖVP, Steiermark): Herr Bundesminister, Sie haben den Namen des derzeitigen Geschäftsführers, Günter Rhomberg, zweimal erwähnt. Er hat bei der Präsentation des Geschäftsberichts 2013/2014 im Februar dieses Jahres gemeint, dass die Budgets für zwei Saisonen, nämlich bis 2016, noch gesichert seien, danach aber Grundlegendes geschehen müsse, da sonst, wie er gemeint hat, alles einbreche.
Welche konkreten Schritte sind da wirklich gemeint, beziehungsweise bis wann – Sie haben einige Dinge angesprochen – wird es zur Stabilisierung des Budgets konkrete Vorlagen geben?
Präsidentin Sonja Zwazl: Herr Bundesminister, bitte.
Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien Dr. Josef Ostermayer: Ich teile das, was Günter Rhomberg gesagt hat.
Es hat mehrere Probleme gegeben. Ein Problem, das nicht nur das Burgtheater, sondern auch die anderen Theatereinrichtungen betrifft, ist, dass die Basisabgeltung im Wesentlichen seit 15 Jahren gleich ist, die Personalkosten aufgrund der Gehaltssteigerung aber natürlich gestiegen sind. Man hat zwar Personal reduziert, aber die Gehaltsanpassung hat dazu geführt, dass es sozusagen einen Gap gegeben hat. Diesen Gap kann man entweder – wie wir es in der Akutphase getan haben – durch Immobilienverkäufe schließen; das Budget ist ja fixiert gewesen.
Man kann das auch bewirken, indem man die Aufgabe reduziert, also weniger produziert. Das kann man aber eigentlich mit einem Repertoiretheater in dieser Form nicht
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