BundesratStenographisches Protokoll847. Sitzung / Seite 82

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stärkt werden. Ein Projekt, das Donau Soja-Projekt in Niederösterreich, zeigt sehr klar, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Gentechnikfrei, kontrolliert und aus re­gionaler Produktion wird über einen Verein die Sojaproduktion auf neue Beine gestellt und damit auch die gesamte Wertschöpfungskette inkludiert. Mit 34 Tonnen Sojapro­duktion ist jedoch auch diese Menge noch ausbaufähig und der Plafond nach oben weiterhin sehr offen.

Ebenso muss es eine Pflanzenölproduktion geben, die hier auch verstärkt im Biodie­selsektor eingesetzt werden kann. Ich darf hier noch eine wesentliche Entwicklung auf­zeigen, da sie einen Teil der derzeitigen Situation der agrarischen Entwicklung dar­stellt. Die Stellung der Frau ist eine bedeutende und vor allem eine tragende Rolle in der Landwirtschaft geworden.

Immerhin übernehmen rund 40 Prozent der Frauen die Betriebsleiterinnen-Funktion, wobei vor allem im östlichen Sektor – sprich Niederösterreich, Oberösterreich und Salz­burg – ein erhöhter Anteil festzustellen ist, und im Westen ist noch klar ein eher gerin­gerer Anteil zu erkennen.

Trotz alledem wissen wir, dass die Doppel- und Mehrfachbelastung der Frauen in die­ser betriebsführenden Stellung sehr anspruchsvoll ist und immer wieder hohen Einsatz gerade von den Frauen abverlangt, sei es im sozialen, im wirtschaftlichen Bereich, aber auch im Zusammenhalt dieser Familien.

Abschließend noch ein Wort zu den Ausgleichszahlungen und deren Notwendigkeit. Die GAP-Reform sichert die Einkommen unserer land- und forstwirtschaftlichen Betrie­be weiterhin bis 2019. Die GAP-Reform – all das auf neue Füße gestellt, in einem Re­gionalmodell neu aufgestellt  ändert nichts an der Notwendigkeit, diese Gelder für Leis­tungen zu verwenden, die über den Produktpreis nicht erzielbar sind und auch nicht be­zahlt werden, und die Leistungen, die heute seitens der Land- und Forstwirtschaft getra­gen werden, auch zu honorieren.

Von der produktiven Vielfalt, von den Veredelungsbetrieben über extensive Betriebs­führung, bis hin zu Biobetrieben, Almenbewirtschaftung und -produktion und diversen neuen Produktsparten, bis hin zur Diversifizierung in der Landwirtschaft, Urlaub am Bauernhof: All das ist eine Produktpalette, die sich sehen lässt, eine Vielfalt, die es in den letzten Jahrzehnten eigentlich erst durch diese Gelder und durch diese neuen We­ge – ermöglicht hat, den bäuerlichen Betrieben neue Perspektiven zu geben. All das hat letztendlich auch bewirkt, dass wir im europäischen Schnitt trotz der Kleinstruktur immer noch im vorderen Feld liegen, wenn es darum geht, mit kleinsten Flächen Pro­duktivität zu erzielen.

Nichtsdestotrotz kämpfen unsere Betriebe um ihr Einkommen, und daher ist es not­wendig, diese Gelder auch zukünftig zu erhalten. Der Grüne Bericht hat es klar gezeigt: Die öffentlichen Gelder sind Teil des Einkommens, sie sind bis zu einem Drittel Be­standteil des Einkommens der Betriebe und damit auch überlebensnotwendig.

Lebensqualität: All das steht dabei im Mittelpunkt. Und eines muss uns immer bewusst sein: Wir alle nutzen den ländlichen Raum und erfreuen uns daran. In diesem Sinne werden wir diesem Grünen Bericht zustimmen. Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Bundesräten der SPÖ.)

14.02


Präsident Gottfried Kneifel: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Bundesrätin Ebner. – Bitte.

 


14.03.08

Bundesrätin Adelheid Ebner (SPÖ, Niederösterreich): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben heute die Mög-


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