BundesratStenographisches Protokoll847. Sitzung / Seite 117

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Also insgesamt lässt sich feststellen, dass es natürlich Verbesserungsbedarf gibt. Den gibt es in jedem Unternehmen; die Zeit bleibt nicht stehen. Ich hoffe auch, dass gerade die S-Bahn in der Steiermark, in der Obersteiermark entsprechend ausgebaut und die Obersteiermark damit angebunden wird.

Im Großen und Ganzen zeigt sich also ein positives Bild, das hier in einem guten Be­richt vermittelt wird. Daher erteilen wir unsere Zustimmung. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Bundesräten der ÖVP.)

16.24


Vizepräsidentin Inge Posch-Gruska: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundes­rätin Mag. Schreyer. – Bitte.

 


16.24.47

Bundesrätin Mag. Nicole Schreyer (Grüne, Tirol): Sehr geehrtes Präsidium! Sehr ge­ehrter Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Danke für den schönen, übersichtlichen und detaillierten Bericht. Er ist auch optisch schön gestaltet, er ist modernisiert worden. Das nehmen wir natürlich gerne an. Danke schön.

Vor einem Jahr habe ich mich beim letzten Schienen-Control-Bericht vor allem auf den Güterverkehr konzentriert – bei der Masse der Güter ist auch weiterhin noch deutlich Luft nach oben –, aber heute möchte ich mich auf etwas anderes konzentrieren, näm­lich auf den Personenverkehr.

Der Personenverkehr hat sich in der Pünktlichkeit im Vergleichszeitraum 2010 bis 2014 enorm und kontinuierlich gesteigert. Es gibt daran also wirklich fast nichts mehr aus­zusetzen. Die Personenkilometer sind von 2010 bis 2014 auch kontinuierlich nach oben gegangen – nämlich 13 Prozent Zuwachs innerhalb von diesen vier Jahren. Das sind jetzt im Vergleich von 2010 auf 2014 36 Millionen Reisende mehr pro Jahr, und da kann man schon recht stolz darauf sein.

Worauf möchte ich aber hinaus? – Um noch mehr Leute zum Umsteigen auf die Bahn zu bewegen, sind meines Erachtens vor allem drei Dinge wichtig: Es muss der Preis attraktiv sein – da kann ich zum Beispiel das 365-€-Ticket vorschlagen, weil das in Wien und Vorarlberg sehr gut funktioniert hat, sodass mehr Leute umgestiegen sind –, die Pünktlichkeit funktioniert jetzt auch schon relativ gut, und der dritte Punkt sind aus meiner Sicht Bequemlichkeit und Komfort. Es muss also auf spezielle Bedürfnisse der Fahrgäste eingegangen werden.

Die ÖBB ist bezüglich der Barrierefreiheit aufgrund einer EU-Richtlinie zur Barrierefrei­heit wirklich sehr bemüht – gerade jetzt bei Umbauten von Bahnhöfen und so weiter –, auch weiterhin auf den Umbau und die Modernisierung zu setzen, aber vor allem Fern­züge sind vorrangig auf PendlerInnen und Geschäftsreisende ausgerichtet. Das, was total fehlt, ist Familienfreundlichkeit.

Auf die Bedürfnisse von Frauen und Familien mit Kleinkindern und Babys wird kaum eingegangen. Der Railjet hat für 400 Sitzplätze gerade einmal zwei Kinderwagenplätze. Intercity und Eurocity haben gar keinen Kinderwagenplatz, da kann man einen Kinder­wagen in das Postabteil stellen, hat aber keinen Rechtsanspruch darauf. Es liegt also wirklich am Gutdünken des Schaffners oder der Schaffnerin, ob man den Kinderwagen ins Postabteil stellen kann. Intercity und Eurocity haben dafür ein Stillabteil und ein Da­menabteil, die sind aber meistens zugesperrt. Mir ist es so erklärt worden, dass das eine Vorgabe der ÖBB ist, weil sich sonst einfach Leute, die nicht stillen oder keine Da­men sind, in diese Abteile setzen. Praxistauglich ist das allerdings nur sehr beschränkt, weil man als Mutter mit einem schreienden Kleinkind oder Baby am Arm durch den ganzen Zug sausen und den Schaffner suchen müsste, damit der einem das Abteil aufsperrt. Eben diese Stillabteile und Damenabteile gibt es im Railjet überhaupt nicht


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