BundesratStenographisches Protokoll853. Sitzung / Seite 146

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ment auch gleich dabei hat und man sich nicht nachher noch darum kümmern muss, dass jemand zur Apotheke fährt oder man selbst noch zur Apotheke fahren muss.

Das gilt natürlich auch, wenn ich die Oma zum Doktor fahre, dann ist es auch sehr angenehm, wenn man im Sinne eines One-Stop-Shop beim Arztbesuch gleich alles oder möglichst viel erledigen kann. Das wäre ja auch so die Idee für ein Primärver­sorgungszentrum, und das gilt auch für die Medikamentenversorgung.

Das heißt: Wie schön wäre es, in diesem Bereich Reformen ohne die Ärztekammer und ohne die Apothekerkammer und was da alles hereinspielt machen zu können? – Einfach aus dem Gedanken heraus: Was braucht der Patient oder die Patientin wirklich, und wie kann das auch möglichst einfach und straight organisiert werden?

Ich weiß ja nicht, wie Apotheken in Deutschland überleben oder bis zum heutigen Tag überlebt haben, ohne einen entsprechenden Gebietsschutz, wie es das in Österreich gibt. Die Probleme in diesem Bereich sind ja teilweise auch anders gelagert, wie jetzt zu vernehmen ist, zum Beispiel, dass es hier große Probleme mit der Konzentration im Großhandel gibt. Wir haben sicher grundsätzlich auch die Probleme mit der Pharma­industrie, mit den steigenden Preisen und so weiter, aber da sind viele andere Prob­leme.

Ich denke aber, die Vision wäre schon, dass Hausärzte oder dass Ärzte zumindest so etwas wie Notfallpakete haben oder mit den grundlegenden Medikamenten die Patienten auch jeweils versorgen können.

Es ist ja auch so, dass dank des Fortschritts der Medizin zum Beispiel auch viele Krebspatienten viele Jahre überleben. Das wird also teilweise wie eine chronische Krankheit. Diese Patienten müssen aber auch versorgt werden, und das ist nicht immer einfach. Aber auch, wie gesagt, gerade die häusliche Betreuung, die extramurale Betreuung, wäre sehr viel einfacher, wenn man mit der ärztlichen Leistung auch die Medikamente dazu bekäme, zumindest in einer gewissen Grundversorgung.

Das wäre so meine Wunschvorstellung für die Zukunft. Wir kommen dem mit diesem Gesetz zwar nur um zwei Kilometer näher (in ironischer Heiterkeit) – also nicht ganz, bevor es jetzt vielleicht wieder mit Schrittzählen weitergeht, ob das jetzt vier Kilometer sind oder 3,8 –, aber es ist, zumindest meiner Meinung nach, ein Schrittchen in die richtige Richtung. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)

16.44


Vizepräsident Mag. Ernst Gödl: Als Nächste ist Frau Bundesrätin Posch-Gruska zu Wort gemeldet. – Bitte.

 


16.44.46

Bundesrätin Inge Posch-Gruska (SPÖ, Burgenland): Herr Präsident! Frau Ministerin! Kollegin Reiter hat jetzt eigentlich schon sehr viel gesagt. Also diese zwei Kilometer, die wir jetzt mit diesem Gesetz ändern: Es ist nicht viel, aber es sind immerhin 90 Apotheken. Es ist also doch ein Schritt, der wichtig ist.

Bei meiner Vorbereitung fand ich eine Stellungnahme der Apothekerkammer, ich zitiere:

„Die Arzneimittelversorgung in Österreich war noch nie so gut und umfassend wie heute.“

Sie versteht daher überhaupt nicht, warum die Ärzte das fordern. Die „(...) Ärztever­treter verunsichern die Bevölkerung und fordern gesetzlichen Handlungsbedarf, um eigene finanzielle Interessen zu wahren.“

 


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