BundesratStenographisches Protokoll871. Sitzung / Seite 16

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09.19.29Aktuelle Stunde

 


Präsident Edgar Mayer: Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geschätzte Frau Minister! Wir gelangen nun zur Aktuellen Stunde zum Thema

„Gesundheitsreform 2017:
Stärkung der ambulanten medizinischen Versorgung“

mit der Frau Bundesministerin für Gesundheit und Frauen Dr. Pamela Rendi-Wagner.

In der Präsidialkonferenz wurde Einvernehmen über folgenden Ablauf erzielt: Zunächst kommt je eine Rednerin/ein Redner pro Fraktion zu Wort, deren beziehungsweise dessen Redezeit jeweils 10 Minuten beträgt. Sodann folgt die Stellungnahme der Frau Bundesministerin, die ebenfalls 10 Minuten nicht überschreiten soll. Danach folgt wiederum je eine Rednerin/ein Redner der Fraktionen sowie anschließend je eine Wortmeldung der Bundesräte ohne Fraktion mit jeweils einer 5-minütigen Redezeit. Zuletzt kann noch eine abschließende Stellungnahme der Frau Bundesministerin erfolgen, die nach Möglichkeit 5 Minuten nicht überschreiten soll.

Als Erste zu Wort gemeldet hat sich Frau Bundesrätin Mag. Gruber-Pruner. Ich erteile ihr das Wort.

 


9.20.35

Bundesrätin Mag. Daniela Gruber-Pruner (SPÖ, Wien): Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren vor den Bildschirmen! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wir behandeln heute die Gesundheitsreform 2017, und ich hoffe, dass wir sie heute auch beschließen werden.

Das Ziel dieser Reform ist die Stärkung der ambulanten medizinischen Versorgung, also kurz und bündig gesagt: die optimale medizinische Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger in Wohnortnähe. Jeder Mensch, der krank ist, möchte zeitnahe und auch räumlich nahe die medizinische Hilfe bekommen, die er braucht – am liebsten natürlich bei der Hausärztin oder beim Hausarzt, weil dort oft eine jahrelange Vertrauens­be­ziehung aufgebaut werden konnte, und gerade in gesundheitlichen Fragen ist Ver­trauen sehr, sehr wichtig. Aber Hausärztinnen und Hausärzte sind naturgemäß dort, wo es sie gibt, nicht rund um die Uhr verfügbar und natürlich auch nicht 365 Tage im Jahr, und es gibt auch – so ehrlich müssen wir sein – Regionen in Österreich, speziell im ländlichen Raum, wo es schwierig oder fast unmöglich ist, einen Hausarzt oder eine Hausärztin zu finden, der beziehungsweise die sich dort niederlassen kann oder niederlassen möchte.

Jetzt kommt unsere Gesundheitsreform ins Spiel. Die Idee dieser Reform ist nämlich, Primärversorgungseinheiten einzurichten beziehungsweise aufzubauen. Das kann im ländlichen Raum bedeuten, dass niedergelassene Ärztinnen oder Ärzte von ihrer aktuellen Ordination aus sich besser mit anderen Ärztinnen und Ärzten in ihrer Region vernetzen, die Angebote aufeinander abstimmen, Urlaube planen, sodass für die Patientinnen und Patienten in dieser Region immer jemand zur Verfügung ist. Im städtischen Bereich kann sich das ein bisschen anders gestalten. Da können zum Beispiel auch Gemeinschaftsordinationen entstehen, weil das nicht nur für die Ärztin­nen und Ärzte billiger wäre, sondern auch bedeuten würde, dass die Öffnungszeiten für die PatientInnen insgesamt länger werden, und das ist natürlich im Sinne aller PatientInnen.

Aber nicht nur ÄrztInnen, sondern alle medizinischen Berufe sollen miteinander koope­rieren. Das ist das Ziel. Diese Vernetzung geht über eine lose Kooperation hinaus. Es ist ein bewusster und auch ein formeller Zusammenschluss, der hier angestrebt wird,


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