BundesratStenographisches Protokoll871. Sitzung / Seite 30

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Kompromiss zu finden, aber Sie haben jetzt wirklich jahrzehntelang Zeit gehabt, all diese Dinge auf die Strecke zu bringen und hier zu beschließen. (Bundesrätin Grimling: Das hättet ihr selbst machen können!)

Wir hätten uns heute hier zum Beispiel über ein Thema unterhalten können, das Frauen­gesundheit heißt. Das wird noch immer relativ stiefmütterlich behandelt. Wir wissen zwar, dass Frauen auf Medikamente anders reagieren, wir wissen, dass sich Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt et cetera bei Frauen ganz anders ankündigen als bei Männern – jetzt will ich ja nicht sagen, es ist nichts getan worden –, aber das ist ein sehr langsamer und schleppender Prozess, der dringend beschleunigt gehörte.

Wir haben das Thema Gesundheitsvorsorge. Was haben Sie denn gemacht, SPÖ und ÖVP? – Die Mammografie gibt es für Frauen ab 40 Jahren nur noch alle zwei Jahre, vorher konnte man das jährlich machen. Sie sind offensichtlich der Meinung, ab 40 reicht es alle zwei Jahre.

Wir beziehungsweise Sie haben immer noch nicht das Thema erschöpfend gelöst, das schon mehrmals in den Medien war: Die Spitalsbetten am Gang sind immer noch Realität. Es ist ja nicht so, dass die jetzt verschwunden sind. Auch diesbezüglich geht einfach nichts weiter, obwohl Sie wissen, dass es dieses Problem gibt.

Und da es heute schon einmal angesprochen worden ist und auch in diesem Thema drinnen steckt: die Stärkung des ambulanten Bereichs. Ich kann Sie alle nur herzlich einladen: Gehen Sie ins AKH und schauen Sie sich dort einmal den ambulanten Bereich an, und dann schauen Sie, warum die Leute dort sitzen und wer dort sitzt! Und dann reden wir noch einmal über die Stärkung des ambulanten Bereichs.

Was auch ein Thema dieser Aktuellen Stunde hätte sein müssen, ist, dass wir einen Abgang von Ärzten haben. Vor zehn Jahren hat es noch geheißen: Bitte studiert nicht Medizin, wir haben eine Ärzteschwemme!, mittlerweile fehlen uns die Ärzte. Von zehn gehen sechs ins Ausland, weil die Bedingungen besser sind, weil die Bezahlung besser ist. Wir haben ein Minus an Allgemeinmedizinern von 12 Prozent und ein Minus an Fachärzten von 3 Prozent.

Das sind die Dinge, die das Thema der heutigen Aktuellen Stunde hätten sein müssen, und übrigens auch weiterer Gesetzesbeschlüsse, denn da sind noch einige Baustellen offen, da gehört noch viel gemacht. Und ich hoffe, dass eine künftige Regierung, die nicht mehr aus SPÖ und ÖVP bestehen wird, diese Dinge in Angriff nehmen wird. Wir sind dazu bereit! (Beifall bei der FPÖ.)

10.19


Präsident Edgar Mayer: Zu Wort gelangt Herr Bundesrat Mag. Zelina. – Bitte, Herr Kollege.

 


10.19.12

Bundesrat Mag. Gerald Zelina (STRONACH, Niederösterreich): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Gesundheitsminister! Die österreichischen Spitäler gehören zu den teuersten Spitälern Europas. Pro Jahr kosten uns die Spitäler 12 Milliarden €. 10 Mil­liar­den davon, das sind 83 Prozent der Spitalskosten, fallen im stationären Bereich an, 2 Milliarden, das sind 17 Prozent der Spitalskosten, fallen im ambulanten Bereich an.

Daher muss primär einmal alles getan werden, um die gewaltigen Kosten im statio­nären Bereich zu senken. 50 Prozent der stationär ins Krankhaus eingewiesenen Patienten – also jeder zweite – benötigen gar keinen stationären Aufenthalt im Spital. Wir haben also doppelt so viele Spitalseinweisungen und daher auch doppelt so viele Spitalsbetten, als tatsächlich notwendig sind. Das ist belegt, jeder weiß es, getan wird wenig.

 


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